Empanadas – Essen in Taschen

Brrrr….ist Euch auch so kalt? Ihr habt Euch das sicher auch anders vorgestellt mit dem goldenen Herbst, oder? Am liebsten würde ich jetzt sofort meine Taschen packen und flüchten, dorthin wo es warm ist oder sich zumindest gerade wieder der Frühling ankündigt. Ja, warum nicht mal wieder in die südliche Hemisphere, vielleicht nach Südamerika? Was? Ihr könnt nicht? Naja, stimmt wohl – so direkt geht das nicht, oder… halt, wartet! Vielleicht geht es doch, eben nur ein bisschen anders als ihr denkt. Warum nicht mal Essen in Taschen packen, wie die Argentinier? Empanadas! In diesen Teig passt eigentlich alles, was gefällt – oder eben gerade in der Küche noch rumschwirrt. Diese warmen würzigen Teigtaschen lassen sich dann auch vorzüglich auf dem Sofa, schön eingekuschelt bei einer Reisedoku in der Flimmerkiste mümmeln. Die Idee vom Essen in Taschen stammt übrigens von Susanne von magentratzerl mit ihrem Teigtaschen-Event… schaut mal bei Zorra vorbei, die diesen Event hostet, denn hier gibt es noch viel mehr Essen in Taschen. Wer weiß wohin ihr Euch damit noch kulinarisch hinträumen könnt, denn bis zum nächsten Frühling ist ja noch ein bisschen Zeit.

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Blog-Event CXIII - Teigtaschen (Einsendeschluss 15. Oktober 2015)

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Ein ganzes Jahr…..

ist vergangen seit ich das erste Mal den Publizierenbutton gedrückt habe. Überraschend, nicht? Ist es nicht erst ein paar Wochen her, als bei Zimtsternen und Chai Latte über einen passenden Namen für den Blog gegrübelt wurde? Recht gut erinnere ich mich auch noch an die ersten, ein bisschen hilflosen Versuche das Gebackene ins rechte Licht zu rücken und im Bild festzuhalten. Dann der erste Beitrag, die ersten Worte ins Unbekannte. Unsicherheit…. ob es überhaupt jemand lesen wird?  Ist dies wirklich schon ein Jahr her? Klickt man sich zurück an die Anfänge wird es sichtbar – es hat sich ein bisschen was getan. Ich sehe die Zeit, die Mühe, Gelungenes und nicht so Gelungenes gemessen an heutigen Maßstäben, und sie sehe ich auch, die Leidenschaft, die diese Seiten füllt. Ich habe die Entscheidung nicht bereut, diesen Blog zu starten. Was wirklich auf mich zukommen würde, war mir damals allerdings nicht klar. Statt dem bloßen Festhalten von Altbewährtem ist es nun doch zu dem geworden was ein Blog dem Namen nach ist: ein B(ack)LOG(buch), oder etwa nicht?  Was konnte hier nicht alles miterlebt werden. Kein Urlaub, der sich hier nicht kulinarisch wiederfindet. Aber auch das ganz Nahe, das Regionale und Saisonale habe ich zelebriert- ein Jahr in Gerichten, mit Zutaten vom wöchentlichen Markbesuch. Kindheitserinnerungen lebten wieder auf. Und natürlich gab es auch sie, die ganz große Liebesgeschichte. Me and my sourdough! Die zarte Anfänge wurden durch gute Beziehungsarbeit, beständiges Lernen und regelmäßiges Füttern zur ganz großen Lovestory. Und was sollte ich Euch, ihr, die das ganze Bloggen mit Folgen, Lesen, Kommentieren und Liken erst zum wahren Fest macht, anderes am heutigen Feiertag anbieten, als etwas das all dies vereint? Kardemummabullar mit Sauerteig! Es war Liebe auf den ersten Biss im Juni diesen Jahrers in Stockholm. Das Nachbacken natürlich ein Muss. Also folgte wochenlanges Tüfteln, Backen und Probieren bis dieses Rezept nun hier, dem Anlass würdig, präsentiert werden kann. Feine süße Knoten, außen knusprig und innen saftig, wärmend mit tüchtig Kardamom, genau richtig, wenn der frische Herbstwind durch die Straßen fegt. Ja, dieses Rezept kann ganz gut für all das stehen, was für mich diesen Blog ausmacht. Also Happy Birthday, kleiner Blog. Ich bin gespannt, wo du uns noch hinführen wirst……

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Flowers on my cookies

Herbstlich ist es geworden. Nicht nur die Blätter an den Bäumen färben sich bunt, auch die Pflanzen auf meinem Balkon bereiten sich auf den Winter vor. Zum ersten Mal seit unserem Umzug und natürlich viel zu spät hatte ich ihn dieses Jahr bepflanzt. Erst im Juni fand ich Zeit für die 3 Kästen und 3 Töpfe. Aber ich wollte nicht noch ein Jahr warten. Wenigstens ein bisschen Gartengefühl musste sein und so pflanzte ich nur essbares: Petersilie, Schnittlauch, Blutampfer, Koriander, Minze, Basilikum, Estragon, Lavendel, Salbei, Rosmarin, Majoran, Salbie, Thymian, Za’atar, Lorbeer und Perilla. Und ich säte noch ein paar Zitronentagettes die nun, den Winter vor der Tür, endlich blühen. Damit diese nicht nur den Bienen noch etwas letzte Freude bereiten, suchte ich nach einer schönen Verwendung dafür. Bei Michelle fand ich dieses bezaubernde, mit Blüten verzierte Shortbread. Shortbread – die Queen unter den Butterkeksen. Als schottisches Original anfangs wohl eher mehr Mary Stuart als Elisabeth steht es heute für die Perfektion brittischen Teegebäcks. Die Rezeptur ist einfach: 3 Teile Mehl zu 2 Teilen Butter zu 1 Teil Zucker, nicht mehr und nicht weniger. Heraus kommt ein einmalig zartmürbes, buttriges Gebäck das Euch auf der Zunge zergehen wird.  Auch bei der Zubereitung darf ein bisschen Acht gegeben werden. Die Butter luftig aufgeschlagen muss im Anschluß unbedingt auf das Kneten verzichtet werden. Das früher traditionell verwendete Hafermehl kann und muss durch Reismehl ersetzt werden  – hier steht und fällt die feine Mürbheit. Bei niedriger Temperatur wird es hell gebacken, wie man sieht, hat mich hier mein Ofen mal wieder im Stich gelassen. Noch warm wird es in die gewünschte Form geschnitten. Hält man sich an die Basics, steht der Variation nach den eigenen persönlichen Vorlieben nichts mehr im Weg. Etwas Puderzucker auf die warmen Kekse bestäubt ergibt einen wunderbar schmelzenden Belag, so mag ich sie am liebsten. Mögliche  Geschmacksrichtungen gibt es viele: Vanille, Zitrone, Orange, Zimt, Kardamom, Rosenwasser, Schokolade, Matcha, Earl Grey, Rosmarin, Thymian, Lavendel, mit Nüssen oder Trockenfrüchten, oder wie wäre es mal mit herzhaftem Shorbread? Nur keine Scheu, dieses Rezept ist ein Keeper!

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Pehtranova potica… oder zurück mit einem Koffer voller Rezepte

Ich bin wieder da!!!…war sie weg? Ach, war sie weg? Nein!… Doch!…ach nee…jaaa, doch…na egal, auf jeden Fall habe ich still und heimlich meinen Sommerurlaub hinter mich gebracht. Und ja, Asche auf mein Haupt, alle Posts der letzten zwei Wochen stammten aus dem Vorratschrank. Aber weil der ohnehin recht voll war, dachte ich, wenn ich schon zwei ganze eeeeelendlange Wochen nichts backen kann, dann kann ich doch wenigstens posten. War auch gut, dass ein bisschen aufgeräumt wurde, denn auf unserer zweiwöchigen Reise durch das überaus sympathische Slowenien ist mir so einiges begegnet was sich in den nächsten Wochen hier wiederfinden wird. Und News gibt es auch! Hippphipphurraaaaaaa!!!! Ich hab es gar nicht wirklich an die große Glocke hängen wollen. Dachte ja nicht, dass ich da wirklich Chancen hätte, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt und so hab ich mich mal beworben. Nur mal so, beim AMA Foodblogaward und, was soll ich sagen: TOP 9 in der Sektion „Hausgemacht“ mit meiner Anleitung für Sauerteig. Stolz wie Bolle bin ich. Und irgendwie ist es doch schön, dass der Sauerteig auch hier begeistern kann. Ihr werdet schon sehen, Sauerteig rules! Irgendwann hab ich Euch alle soweit, dass so ein kleines blubberndes Etwas auch in eure Küche einzieht und die Hefe aus Kühlschrank und Küchenschrank vertreibt. Natürlich wurde auch der heutige Kuchen damit gebacken. Eine Potica [pəʊˈtiːtsə], ist ein slowenischer Hefestrudel, aber das der natürlich auch mit Sauerteig klappt, war ja klar. Die Füllungen sind vielfältig, Mohn, Honig, Carob, Äpfel, Pflaumenmus auch herzhaft mit Speck oder Käse, aber die Klassiker sind eindeutig Walnuss und Estragon. Ja, tatsächlich Estragon! Klingt ungewöhnlich ist aber köstlich! Irgendwie süßlich wie Anis und frisch wie Eukalyptus – schwer zu beschreiben, also selber testen ist angesagt. Und da ich gerne den Urlaub schon mal „vorkoste“, gab es die Potica schon vor unserer Abreise. Dem getesten Original vor Ort stand diese wirklich geschmacklich in Nichts nach.

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Kolokithokeftedes mit Tzaziki

Ich kann immer noch nicht vom Thema lassen und stelle mich jetzt einfach mal der Tatsache, dass Essen verdammt politisch ist. Wer meinen Blog schon länger liest weiß, ich reise gern, interessiere mich für andere Kulturen, ihre Geschichte und natürlich auch ihre Küche. Hier Gerichte aus aller Welt vorzustellen ist mir eine Herzensangelegenheit auch im Sinne der Völkerverständigung, um es pathetisch zu sagen. Ich sehe mich als weltoffenen Menschen, der der Meinung ist, wir können alle nur voreinander lernen. Zusammenhalt, Toleranz und Solidarität sind dafür essentiell. Weltweit und natürlich auch in Europa. Griechenland ist ein wichtiger Teil Europas und wir sollten alles dafür tun, dass es auch so bleibt. Nur ein geeintes Europa kann die Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte meistern. Deswegen gibt es heute griechische Lebensfreude mit knusprig-herzhaften Zucchinipuffern und cremigen Tzaziki. Kali orexi – guten Appetit!

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Milch, Honig und Pfirsiche…..

Die Reaktionen auf meinen letzten Post treiben mich immer noch um. So viele Likes, so viele, die das Thema aufgegriffen haben, auf eigene Initiative, auf Connys Aufruf oder auf den Aufruf von #bloggerfürflüchtlinge hin Stellung bezogen haben, das macht Mut und birgt die Hoffnung, dass ein Umdenken möglich ist. Irgendwie fällt es schwer, hier einfach so bezugslos weiter zu bloggen und das Thema ohne Nachhall verklingen zu lassen. Also soll dieser Post ein Nachhall werden. Ein Nachhall, auch auf das was früher war und die Kulinarik als Zeitzeuge. Wie schmerzlich poetisch klingt es doch, was in den heiligen Schriften oder in den orientalischen Märchen über die Gebiete geschrieben wird, in denen heute aufgrund von Krieg und Not die Flüchtlingszahlen am größten sind: Das Land in dem Milch und Honig fließt….Was war also vor dem ganzen Leid, dem Krieg, dem Diktat des religösen Extremismus? Schließe ich die Augen sehe ich Haine voll von Dattelpalmen, Feigen, Pfirsichen, Oliven und Nüssen in fruchtbaren Tälern, Flüsse an deren grünen Uferwaiden Herden von Ziegen und Kühen grasen, weiß leuchtende Städte mit einem Gewimmel an farbenfrohen Tupfen von Menschen, bunte, duftende Märkte und Basare. Es war nicht Nichts, bevor alles Leid begann. Es war reich und lebenswert, süß wie Honigbaklava und saftig wie Pfirsiche. Vielleicht müsste jeder öfter diese Küche an einer reich gedeckten orientalischen Tafel kosten, die süße Wehmut, die warme Würze, die Gastfreundschaft und Lebensfreude spüren. Besser noch, ein Pflichtprogramm für jeden – es würde sicher so manches Herz und Hirn erleuchten.

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Das Ende des Schweigens und kalt servierte chinesische Nudeln

Ich habe lange überlegt, ob ich mich diesem Thema auf meinem Blog widmen sollte. Politisches und Puderzucker zu vermischen erscheint mir eine heikle Angelegenheit. Die eskalierenden Ereignisse der vergangenen Wochen haben mir jedoch klargemacht: die Zeit des Schweigens und des Hinnehmens muss auf jeder Ebene enden. Wenn ich hier auch nur einen kleinen Backblog schreibe – ich habe eine öffentliche Plattform und damit die Verantwortung mich zu äußern, nicht nur im analogen Leben. Flüchtlingsheime brennen, tausende Menschen sterben auf winzigen Booten im Mittelmeer auf der Flucht vor Krieg und Hunger und auch direkt vor der Haustür passiert unaussprechlich Entsetzliches.  Braunes Gedankengut bahnt sich leise aber beständig wieder in unsere Mitte. Wegsehen über ein paar Verwirrte? Nein, das gilt nicht mehr –  das wurde in diesem Land schon einmal getan und wir sollten uns daran erinnern, wohin es führte. Wir müssen unsere Stimme dagegen erheben. Jetzt! Was macht uns also Angst? Der drohende Verlust durch Teilen? Der eigene soziale Abstieg? Eine Kriminalisierung durch Fremde? Sind das Fakten oder eher Propaganda? – Können wir wirklich unsere Türen verschließen, vor Menschen, die auf der Flucht vor Hunger und Not, vor Perspektivlosigkeit und Krieg ihr Leben riskieren? Ist der Zufall, dass wir in einem der reichsten Länder der Welt geboren wurden, wirklich die Grundlage, auf der wir sagen können: all dies hier gehört uns? Worauf ist er aufgebaut, unser Wohlstand, unser Sozialsystem? Wissen wir, wer wirklich dafür zahlt?

Wir müssen Hinsehen und uns dieser Verantwortung stellen. Wir müssen nicht nur, wir können auch nicht mehr anders. Wer glaubt sich hier mit Mauern und Zäunen aus der Affäre ziehen zu können, der irrt gewaltig. Das ist nicht nur menschenverachtend, nein es ist auch glücklicherweise keine Mauer hoch genug, um ökonomische und politische Ungerechtigkeit langfristig zu trennen. Deutschland liefert hier in der eigenen Geschichte ein überaus schönes Beispiel. Aber Mauern verhärten die Fronten, machen uns blind, lassen Spielraum für Spekulationen, Lügen und Meinungsmache. Meinungsmache von braunen Meinungsmachern. Davon dürfen wir uns nicht leiten lassen. Wir können selber denken, mit unserem Verstand und vor allem mit unserem Herz!

Die Welt gehört allen. Also müssen wir jetzt reden – jetzt aufeinander zugehen, Grenzen und Ängste abbauen, diskutieren und diese Diskussion aktiv einfordern. Lösungen gilt es zu finden, keine Losungen. Sprecht es an, wenn ihr fremdenfeindlichen Populismus hört. Gönnt derartigem Gedankengut keinerlei Spielraum. Bezieht Stellung, setzt Euch ein gegen Ungerechtigkeit. Es gibt keine Alternative mehr, wenn wir nie wieder in brauner Angst leben wollen!

Deutschland ist bunt und soll es bleiben! Dafür müssen wir einstehen, dafür sprechen, uns positionieren – jeder Einzelne, auch wir Foodblogger. Conny hat es getan und viele Andere auch. Zahlreiche Links hat sie zudem gesammelt, Informatives, Unterstützendes und ich möchte es mit streuen, mit #deutschlandisstbunt. Also bin ich dabei mit einem weitgereisten Gericht – Liang Pi  mit Sauerteigbrot. Fusion im Essen die funktioniert – und so furchtbar banal es vor der aktuellen Situation auch klingt, es liegt einzig an uns, dass das, was auf dem Teller so wunder klappt, auch im wahren Leben funktioniert! Mein kleiner Beitrag dazu ist die Unterstützung von überdentellerrand.org als Fördermitglied. Ich hatte dieses Projekt schon mal vor ein paar Wochen ganz kurz vorgestellt. Was mit Kochkursen begann, hat sich mitlerweile auf viele andere Bereich ausgeweitet: Sport, DIY und vieles andere mehr. Gelebte, lebendige Integration auf Augenhöhe.

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Es wird wieder kardamomig – Finnische Pulla

Zwischen Sommerbeeren und Gartengemüse geht still und leise im Hintergrund meine Suche nach der Formel für die perfekten Sauerteigkardamombullar weiter. Viele Rezepte wurden gesichtet, es wurde getestet und getüftelt. Aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel und so kann es schon mal passieren, das man sich in kleinen Umwegen verirrt. Das diese ungemein lecker sein können, beweisen diese finnischen Pulla. Pulla sind süßes Hefegebäck mit vielen Gesichtern, als Zopf, als Knoten, als gefülltes Brötchen – wie bei der schwedischen Schwester ist eines jedoch unabdingbar: ordentlich Kardamom im Teig! Hier hab ich sie als Sauerteigversion in 2 Variationen. Als simples aber nicht minder köstliches Butterauge und natürlich klassisch skandinavisch mit Marzipancreme und Blaubeeren. Diese Brötchen sind mein monatlicher Beitrag zu Zorras Bread Baking Day, der diesmal von Sandra von from-snuggs-kitchen ausgerichtet wird. Sandra ist eine wahre Brotbackenthusiastin, nehmt euch ruhig mal ein bisschen Zeit bei ihr zu stöbern. Gerade wenn ihr Weizen und Gluten meiden müsst, findet ihr hier viele wunderbare Dinkelbrot- und Brötchenvarianten.

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Venezuelanische Arepas mit Caraotas negras

…ochhh, war doch lecker, die Tres Leches, oder? Dann bleiben wir doch gleich mal in der südamerikanischen Küche, denn hier gibt es noch einiges das es definitiv wert ist, nachgekocht zu werden. Die Arepa zum Beispiel, steht auf meiner Liste ganz weit oben, seit sie Ramon  zum Bread Baking Day #73 eingereicht hatte. Auf den Streetfoodmärkten dieser Stadt hatte ich sie  ja auch schon des öfteren angetroffen. Es wurde also Zeit, diese traditionellen Maisfladen, die in Kolumbien, Venezuela und Panama fast zu jedem Essen dazugehören, auch zu Hause auszuprobieren. Die meisten Rezepte verwenden zur Zubereitung vorgekochtes weißes Maismehl, das auch hierzulande in Asiamärkten gut zu bekommen ist. (z.B. Harina P.A.N.). Die kleinen Maisfladen werden dann in der Pfanne knusprig angebacken und im Ofen oder auf dem Grill fertig gebacken, bis sie innen weich und saftig sind. Die Füllungen variieren nach Region: Käse, Schinken, Fleisch, Fisch, oder hier, die venezuelanische Variante schwarze Bohnen,  die typischen Caraotas Negras, dazu noch etwas Avocado, Tomaten, etwas Weißkäse (hab ich mal frei mit Feta interpretiert) und Koriander. Am besten serviert man die Arepas getrennt mit ihren Belägen am Tisch, so kann sich jeder seine Arepas nach Geschmack selbst füllen.

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Tres Leche

Einen Kuchen mit Kondensmilch zu backen, war mir doch anfangs etwas befremdlich. Dieser rahmige, irgendwie immer ein bisschen angebrannte Geschmack von Kondensmilch oder Milchpulver erinnert mich an die Campingurlaube meiner Kindheit. Meist ging es in den Süden, meist war es sehr heiß und die Kühlmöglichkeiten begrenzt. Aber da das Kind ja schließlich auch im Urlaub Milch trinken sollte, gab es die im Notfall dann eben angerührt aus Wasser und Magermilchpulver. Damals fand ich das nicht wirklich lecker. Die Jahre reichten nun mittlerweise aus für genügend nostalgische Verklärung und ich traute mich dann doch noch mal an diesen Geschmack und das Rezept für Tres Leche, oder besser Cuatro Leche heran. Mehre verschiedene „Milchsorten“ machen diese Spezialität die in Zentralamerika, Peru, Mexiko und Venezuela verbreitet ist, zu einer süß-saftigen Angelegenheit. Ein zuvor gebackener, einfacher Teig wird großzügig mit einer Mischung aus Kondensmilch, gezuckerter Kondensmilch und Sahne getränkt. Kommt noch Dulce de leche dazu habt ihr eine Cuatro Leche, mit Kokosmilch wird es sogar zur Cinco Leche.  Wichtig ist immer, dass der Teig so richtig satt getränkt ist ohne „suppig“ zu werden. Belegt wird der Kuchen häufig mit noch mehr Sahne und frischem Obst. Hier bekommt die kleine Torte mit den letzten Himbeeren der Saison den nötigen fruchtig-sauren Kontrast. Direkt aus  (oder aktuell besser vor) dem Kühlschrank genossen zusammen mit einem starkem Kaffee ein ganz wunderbares Sommerdessert….  und teilen möchte ich wie immer mit Yushka.

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