Milch, Honig und Pfirsiche…..

Die Reaktionen auf meinen letzten Post treiben mich immer noch um. So viele Likes, so viele, die das Thema aufgegriffen haben, auf eigene Initiative, auf Connys Aufruf oder auf den Aufruf von #bloggerfürflüchtlinge hin Stellung bezogen haben, das macht Mut und birgt die Hoffnung, dass ein Umdenken möglich ist. Irgendwie fällt es schwer, hier einfach so bezugslos weiter zu bloggen und das Thema ohne Nachhall verklingen zu lassen. Also soll dieser Post ein Nachhall werden. Ein Nachhall, auch auf das was früher war und die Kulinarik als Zeitzeuge. Wie schmerzlich poetisch klingt es doch, was in den heiligen Schriften oder in den orientalischen Märchen über die Gebiete geschrieben wird, in denen heute aufgrund von Krieg und Not die Flüchtlingszahlen am größten sind: Das Land in dem Milch und Honig fließt….Was war also vor dem ganzen Leid, dem Krieg, dem Diktat des religösen Extremismus? Schließe ich die Augen sehe ich Haine voll von Dattelpalmen, Feigen, Pfirsichen, Oliven und Nüssen in fruchtbaren Tälern, Flüsse an deren grünen Uferwaiden Herden von Ziegen und Kühen grasen, weiß leuchtende Städte mit einem Gewimmel an farbenfrohen Tupfen von Menschen, bunte, duftende Märkte und Basare. Es war nicht Nichts, bevor alles Leid begann. Es war reich und lebenswert, süß wie Honigbaklava und saftig wie Pfirsiche. Vielleicht müsste jeder öfter diese Küche an einer reich gedeckten orientalischen Tafel kosten, die süße Wehmut, die warme Würze, die Gastfreundschaft und Lebensfreude spüren. Besser noch, ein Pflichtprogramm für jeden – es würde sicher so manches Herz und Hirn erleuchten.

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Matcha-Hefeschnecken mit schwarzem Sesam und Zimt

Einkaufspassagen – oder neu-deutsch Malls – sind mir ja immer wieder ein Mysterium. Hier in Berlin sprießen diese zur Zeit wie Pilze aus dem Boden, der Bedarf ist scheinbar da. Aber eigentlich reiht sich hier doch nur Kette an Kette, in dem es genau die gleichen Dinge gibt, wie in den anderen gefühlt 100 Malls dieser Stadt auch. Ich versteh es also nicht wirklich, warum man jährlich eine weitere Mall bauen muss. Meine erste Begegnung mit einer typisch amerikanischen Mall hatte ich ja mit 15, während eines Schulaustauschs in Tulsa, Oklahoma. Diese sah auch ganz genauso aus, wie Malls heute aussehen, und doch gab es da etwas, was in deutschen Malls (leider) noch immer nicht angekommen ist. Der intensive Duft von Zucker und Zimt! Der ist überall und strömt aus den Läden der Ketten Cinnabon und Auntie Annie’s Pretzels. Gäbe es sowas hier, ich würde definitiv öfter Malls besuchen, nur so zum Schnuppern und Naschen versteht sich…

Ja, ich denke das war der Moment wo ich diesen weichen, fluffigen, zimtigen Hefeschnecken mit dem cremig-süßen Guss verfallen bin, damals irgendwo in einer Mall im Mittleren Westen. Nachbacken woll ich die klebrig süßen Dinger –  aber es folgte zuerst eine sehr lange Odyssee bis zum perfekten Rezepts. Was wurde nicht alles probiert, alle möglichen Mengenverhältnisse, Gehzeiten, Kartoffelbrei im Teig, und, und , und…aber überzeugt hatte mich bisher nichts. Dann fand ich dieses Rezept. Eigentlich interessierte es mich ja eher aufgrund des Matchas und der Sesamfüllung, denn bis dahin ahnte ich nicht, was Buttermilch und bisschen Natron im Teig für Wunder vollbringen werden. Ich schmiß nun also meine mittlerweile 18 Jahre (!!!) Cinnamonrolls – Backerfahrung mit in dieses Rezept, drehte noch ein bisschen hier, und schraubte ein bisschen da und Heureka! Fluffigste, weiche Zimtrollen, die auf der Zunge zergehen. Perfekt!  Buttermilch, Natron und Hefe, das Backen im eigenen Dampf in der Reine und die lange Übernachtgare davor, die dem Teig genügend Zeit gibt, sich voll zu entfalten – alles das beschert allen denen, die es ausprobieren frische, warme Zimtrollen am nächsten Morgen – vielleicht für ein Sonntagsfrühstück im Bett oder auch, um mit den frischgebackenen Leckereien seine Arbeitskollegen zu überraschen?

Und falls jemand Angst vor Matcha und/oder Sesam hat, oder nicht mag: lasst es einfach weg! Dann bleibt euch immer noch DAS Rezept für perfekte klassische Cinnamonrolls, welches ihr sicher ab jetzt öfter machen werdet…

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Matchahefeschnecken mit einer Füllung aus schwarzem Sesam und Zimt

 

Ein Hoch auf die Buttermilch! Und wer weiß, vielleicht gewinne ich ja mit meinen Rollen ein kleine Reise auf einen Milchbauernhof, denn Zorra hat mal wieder ein klasse Blogevent am laufen!

Blog-Event CVI - Sauer macht lustig (Einsendeschluss 15. März 2015)

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Sauerteig-Bananenbrot mit brauner Butter, Walnüssen und Ahornsirup

Ein neues Jahr hat begonnen. Frisch und weiß, wie ein unbeschriebenes Blatt liegt es vor uns. Die Taschen, Köpfe und Herzen voller Pläne und Ideen um es mit Erlebnissen und schönen Erinnerungen zu füllen. Dieser jährliche kleine Neubeginn ist eine schöne Sache. Der Kopf ist nach den Feiertagen frei, wir sind motivierter neue Sachen anzupacken oder altbekanntes weiterzuentwickeln. Dabei meine ich nicht derartige Selbstkasteiungen wie endlich mehr Sport oder Diäten. Einfach dieses kleine Resümee, welches ich zumindest gerade ziehe: wie war das letzte Jahr, was habe ich alles erlebt und wie wird wohl das neue werden? Wohin werde ich reisen? Wer wird mir alles begegnen? Was werde ich Neues ausprobieren?

Ganz besonders hoffe ich auf ein „backstarkes“ 2015, auf viele neue und altbewährte Lieblingsrezepte, auf noch besseres Brot, auf einen Frühling reich an Rhabarber und einen Sommer mit vielen schwarzen Johannisbeeren…. Hoffentlich bleibt mir das Backglück hold und mir Familie, Freunde und Arbeitskollegen weiter als gute und kritische Testesser erhalten… (andernfalls bliebe mir sonst nur das Beten auf einen neuen „Ich trage Kartoffelsack Trend“ aus Paris oder ich wäre doch noch gezwungen exzessiven Sport mit in die Jahresplanung einzubauen…)

Rezeptideen für das nächste viertel Jahr sind zumindest schon mal genug da. Viele aus einem Backbuch, welches mir zum Jahresende in die Hände gefallen ist – das Tartine Book No. 3. Ein wundervolles, inspirierendes Buch mit spannenden neuen Rezepten und Altbekanntem in neuer Form, wie das Bananenbrot. Schon länger habe ich den Gedanken dieses Brot, was eigentlich eher ein Kuchen ist mit Sauerteig zu backen. Chad Robertson stellt in seinem Buch einen Banana Tea Cake vor, welcher als Triebmittel Backpulver und Natron und dazu noch Hefevorteig und Sauerteig kombiniert. Dadurch wird das Rezept recht aufwendig, denn wer hat schon immer einen Hefevorteig parat, von dem dann letztendlich nur 33g im Rezept landen sollen. Also habe ich mich getraut, diesen weg zu lassen und habe auch das Backpulver in meinem Rezept gestrichen. Ganz mutig war ich jedoch nicht: zu der verdoppelten Menge an Sauerteig habe ich am Teelöffel Natron des Originals festgehalten, um dieses „Brot“ weich, luftig und saftig zu bekommen. Und… Hurra!!!!…es hat funktioniert. Das nächste Mal probiere ich es bestimmt ohne Natron.

Pur genossen, mit Frischkäse oder Quark, oder Schokoaufstrich ein tolles süßes Brot zum Frühstück, zu Kaffee oder Tee, oder einfach zwischendurch.

weich, luftig und saftiges Bananenbrot mit Sauerteig

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Maҫã folhada

Was kann es zu dieser Jahreszeit besserer geben als Bratäpfel….

Meine aufregendste Begegnung mit Bratäpfeln hatte ich jedoch im Frühjahr 2012, mal wieder im schönen Portugal. Im Schaufenster einer Bäckerei in Lissabon sah ich diese wunderschönen Äpfel, eingeschlagen in buttrigen Blätterteig mit einem Stiel aus Zimtstange… ich war verliebt und musste natürlich sofort probieren!

Die Optik hatte nicht zu viel versprochen: ein saftig, mürber Bratapfel im knusprigen Blätterteigrock, zart gewürzt mit Zimt… ein absolutes Träumchen….

Maҫã assada com canela e massa folhada

Bratäpfel im Blätterteigrock

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Apfelcheesecake mit Cidre-Gewürz-Karamellsauce

A piece of cheesecake a day, keeps the….äh nee, eigentlich geht’s anders, aber die Äpfel sind auch drin in diesem unwiderstehlich lecker cremigen Cheesecake! Diesmal mit einem Zimtmürbeteig, selbstgemachtem Apfelkompott und, um dem ganzen das Krönchen aufzusetzen, getoppt mit einer Cidre-Gewürz-Karamellsauce.

unwiderstehlich lecker cremiger Cheesecake

unwiderstehlich lecker cremiger Cheesecake

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Kanelknuter – schwedische Zimtknoten

Viel zu spät kommt dieses Rezept, so hab ich doch glatt den Kanelbullens Dag (Tag der schwedischen Zimtschnecke) am 4. Oktober verschlafen!
Als ich mit dem Ergebnis des folgenden Rezeptes Ende Oktober (es war grau, neblig und kalt!) meine Arbeitskollegen beglücken wollte, war es für einige doch tatsächlich noch zu früh für „weihnachtliche Gewürze“. O-Ton: das könne man doch jetzt noch nicht essen! Nicht zu fassen, oder?!?
Da sind mir die Schweden doch sehr sympathisch – so gibt es Zimtgebäck dort das ganze Jahr über. Und sogar einen Tag der Zimtschnecke, toll! Bei mir geht Zimt auch immer! Und ich weiß aus sicherer Quelle, dass ich mit dieser Leidenschaft nicht allein bin…

Kanelknuter

Kanelknuter

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