Pehtranova potica… oder zurück mit einem Koffer voller Rezepte

Ich bin wieder da!!!…war sie weg? Ach, war sie weg? Nein!… Doch!…ach nee…jaaa, doch…na egal, auf jeden Fall habe ich still und heimlich meinen Sommerurlaub hinter mich gebracht. Und ja, Asche auf mein Haupt, alle Posts der letzten zwei Wochen stammten aus dem Vorratschrank. Aber weil der ohnehin recht voll war, dachte ich, wenn ich schon zwei ganze eeeeelendlange Wochen nichts backen kann, dann kann ich doch wenigstens posten. War auch gut, dass ein bisschen aufgeräumt wurde, denn auf unserer zweiwöchigen Reise durch das überaus sympathische Slowenien ist mir so einiges begegnet was sich in den nächsten Wochen hier wiederfinden wird. Und News gibt es auch! Hippphipphurraaaaaaa!!!! Ich hab es gar nicht wirklich an die große Glocke hängen wollen. Dachte ja nicht, dass ich da wirklich Chancen hätte, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt und so hab ich mich mal beworben. Nur mal so, beim AMA Foodblogaward und, was soll ich sagen: TOP 9 in der Sektion „Hausgemacht“ mit meiner Anleitung für Sauerteig. Stolz wie Bolle bin ich. Und irgendwie ist es doch schön, dass der Sauerteig auch hier begeistern kann. Ihr werdet schon sehen, Sauerteig rules! Irgendwann hab ich Euch alle soweit, dass so ein kleines blubberndes Etwas auch in eure Küche einzieht und die Hefe aus Kühlschrank und Küchenschrank vertreibt. Natürlich wurde auch der heutige Kuchen damit gebacken. Eine Potica [pəʊˈtiːtsə], ist ein slowenischer Hefestrudel, aber das der natürlich auch mit Sauerteig klappt, war ja klar. Die Füllungen sind vielfältig, Mohn, Honig, Carob, Äpfel, Pflaumenmus auch herzhaft mit Speck oder Käse, aber die Klassiker sind eindeutig Walnuss und Estragon. Ja, tatsächlich Estragon! Klingt ungewöhnlich ist aber köstlich! Irgendwie süßlich wie Anis und frisch wie Eukalyptus – schwer zu beschreiben, also selber testen ist angesagt. Und da ich gerne den Urlaub schon mal „vorkoste“, gab es die Potica schon vor unserer Abreise. Dem getesten Original vor Ort stand diese wirklich geschmacklich in Nichts nach.

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Zugegeben…. optisch gibt es noch Optimierungsbedarf – beim Aufrollen sollte man darauf achten, nicht so viel Luft mit einzurollen, sonst sind die dann wie bei mir in den späteren Kuchenstücken…

…und Yushka bekommt natürlich auch wieder was ab!

Pehtranova Potica – gerollter Kuchen mit Estragon

Sauerteig:
100g Weizenmehl 550
50g Anstellgut
50g Wasser
5g Zucker

Hauptteig:
Sauerteig
300g Mehl 550
190g Milch
1 Ei
5g Salz
abgeriebene Schale einer halben Zitrone
etwas gemahlene Vanille

60g Butter
50g Zucker

Füllung:
2 Eier, getrennt
60g weiche Butter
30g Semmelbrösel
200g Mascarpone
10g frischer Estragon (etwa 4-5 Stängel), feingehackt

1 Ei zum Bestreichen

Die Sauerteigzutaten verrühren und 10-12 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

Alle Zutaten für den Hauptteig bis auf Zucker und Butter im Standmixer mit Knethaken 2 Minuten auf niedrigster Stufe verkneten, dann 5 Minuten auf zweiter Stufe kneten lassen. Die Butter in kleinen Stücken hinzugeben und 3 Minuten unterkneten, zuletzt den Zucker 2 Minuten ebenfalls unterkneten. Der Teig sollte weich und elastisch sein und nur wenig kleben. Den Teig 2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen, dabei 2 mal falten. Anschließend mindestens 3 Stunden oder auch länger über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.

Für die Füllung die weiche Butter mit Zucker und Eigelb schaumig aufschlagen, den Mascarpone nur kurz unterrühren. Das Eiweiß zu Schnee schlagen und mit den Bröseln unter die Buttermischung heben. Den Teig auf einem großen bemehlten Küchentuch zu einem Rechteck ca. 50×70 cm ausrollen. Die Füllung auf dem Teig verstreichen und den Estragon aufstreuen. Mit Hilfe des Tuches den Teig zu einer Rolle aufrollen, dabei darauf achten, dass nicht so viele Luftlöcher mit eingerollt werden. Die Rolle mit Hilfe des Tuches auf einen Bogen Backpapier gleiten lassen, der Schluss der Rolle sollte unter dem Teig liegen. Die Teigrolle auf dem Papier zu einem Kranz formen, zur Stabilisierung einen backfesten Tortenring oder Springformrand drumherum stellen. Damit es ein Ring wird, habe ich eine saubere leere Weißblechdose in die Mitte gestellt. Nun alles nur noch vorsichtig auf ein Backblech ziehen. Wer eine entsprechende Form hat, kann sich den Zirkus natürlich auch sparen und die Potica in einer großen gefetteten Gugelhupf- oder Rundbodenform backen. Den Teig nun nochmal abgedeckt 3-4 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.

Den Ofen auf 180°C Ober-Unterhitze vorheizen. Den Kuchen vor dem Backen auf er Oberfläche mit Eistreiche bepinseln und bei 180° 50-60 Minuten backen, noch warm mit einem Messer am Rand aus der Form lösen.
Vor dem Servieren auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

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8 Kommentare zu “Pehtranova potica… oder zurück mit einem Koffer voller Rezepte

  1. liebe susanna,
    wow, herzlichen glückwunsch! deine sauerteiganleitung ist aber auch unschlagbar gut und deine sauerteigliebe entzückend. ich glaube, sie ist ansteckend. wie schön, dass noch mehr leute so wie ich denken.
    ich freue mich auf gaaanz viele weitere sauerteigrezepte!
    viele grüße,
    sabine

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  2. Wow, sehr interessant! Vielen Dank für deine Teilnahme am Calendar of Cakes im September! Ein gerollter Kuchen mit Sauerteig und Estragon – das ist mal außergewöhnlich. Klasse!
    Schicke dir ganz liebe Grüße,
    Yushka 🙂

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