Tres Leche

Einen Kuchen mit Kondensmilch zu backen, war mir doch anfangs etwas befremdlich. Dieser rahmige, irgendwie immer ein bisschen angebrannte Geschmack von Kondensmilch oder Milchpulver erinnert mich an die Campingurlaube meiner Kindheit. Meist ging es in den Süden, meist war es sehr heiß und die Kühlmöglichkeiten begrenzt. Aber da das Kind ja schließlich auch im Urlaub Milch trinken sollte, gab es die im Notfall dann eben angerührt aus Wasser und Magermilchpulver. Damals fand ich das nicht wirklich lecker. Die Jahre reichten nun mittlerweise aus für genügend nostalgische Verklärung und ich traute mich dann doch noch mal an diesen Geschmack und das Rezept für Tres Leche, oder besser Cuatro Leche heran. Mehre verschiedene „Milchsorten“ machen diese Spezialität die in Zentralamerika, Peru, Mexiko und Venezuela verbreitet ist, zu einer süß-saftigen Angelegenheit. Ein zuvor gebackener, einfacher Teig wird großzügig mit einer Mischung aus Kondensmilch, gezuckerter Kondensmilch und Sahne getränkt. Kommt noch Dulce de leche dazu habt ihr eine Cuatro Leche, mit Kokosmilch wird es sogar zur Cinco Leche.  Wichtig ist immer, dass der Teig so richtig satt getränkt ist ohne „suppig“ zu werden. Belegt wird der Kuchen häufig mit noch mehr Sahne und frischem Obst. Hier bekommt die kleine Torte mit den letzten Himbeeren der Saison den nötigen fruchtig-sauren Kontrast. Direkt aus  (oder aktuell besser vor) dem Kühlschrank genossen zusammen mit einem starkem Kaffee ein ganz wunderbares Sommerdessert….  und teilen möchte ich wie immer mit Yushka.

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Cuatro Leche (für eine kleine Torte 18 cm Durchmesser):

Teig:
3 Eier, Größe M
1 Prise Salz
150g Zucker
120g Mehl, Typ 405
1 TL Backpulver
etwas gemahlene Vanille

zum Tränken:

200g gezuckerte Kondensmilch
150g Kondensmilch 7,5 % Fett
200g Sahne

Deko und Füllung:
250 g Himbeeren (außerhalb der Saison eignet sich TK auch sehr gut)
200g Sahne
100g Dulce de leche

Den Ofen auf 180°C Ober-Unterhitze vorheizen. Den Boden einer kleinen Springform mit Backpapier auslegen. Dann  für den Teig Eier mit Zucker und Salz hellcremig aufschlagen. Mehl, Vanille und Backpulver mischen, über den Teig sieben und unterheben. Den Teig in die Form füllen und bei 180° etwa 30 Minuten backen. Falls die Oberfläche dabei zu stark bräunt, mit Backpapier abdecken.

Für die Tränke gezuckerte Kondensmilch, Kondensmilch und Sahne verrühren. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und mit einem Holzspieß viele kleine Löcher hineinstechen. Die Tränke langsam über den Kuchen gießen, dabei sollte alles gut aufgesaugt werden. Dann den Kuchen noch etwas bei Raumtemperatur stehen lassen, bis er abgekühlt ist, um ihn anschließend für mindestens 4 Stunden oder besser über Nacht im Kühlschrank durchziehen zu lassen.

Für die Füllung die restliche Sahne steifschlagen. Himbeeren verlesen. Den Kuchen zunächst mit einem Messer vom Springformrand lösen. Dann auf eine Platte stürzen, das Backpapier abziehen und den Kuchen mit Messer oder Faden waagerecht in 3 Teile teilen. Auf eine Tortenplatte nun einen der Böden legen, etwas Sahne und Himbeeren darauf verteilen, dann der nächste Boden aufsetzen, dann wieder Sahne und Himbeeren und mit Boden abschließen. Zum Schluss die gesamte Torte rundherum mit Sahne einstreichen und nochmals für mindestens 1 Stunde kaltstellen. Vor dem Servieren die Torte großzügig mit der Dulce de leche besprenkeln und mit einigen Himbeeren garnieren.

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6 Kommentare zu “Tres Leche

  1. Telepathie! Den Kuchen habe ich am Samstag gebacken – Tres Leche 🙂

    Interessant finde ich, dass die Kuchen doch ganz unterschiedlich sind. Mein Teigrezept enthält z. B. Milch und in die Tränke kommt noch etwas „Schuss“ 🙂

    Aber so schön mit Dulce de Leche und Himbeeren – ein Knaller!

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    • …ist ja auch ein seeehr leckerer Kuchen, diese Tres Leches. Ich hab im Netz sehr viele unterschiedliche Rezepte gefunden und habe mir „meins“ daraus zusammengebastelt. Letztendlich ist es sicher die Tränke, die den Kuchen zur Tres Leches macht. Mein Teig ist nach dem Backen richtig „durstig“ und nimmt sehr viel von der köstlichen Kondensmilchsauce auf, ohne matschig zu werden. Die Himbeeren mussten einfach sein, denn sonst wird das Ganze einfach zu süß. Schon irgendwie eigenartig, das ich vieles Rezepte gefunden habe, die den Kuchen statt mit Sahne auch noch mit Meringue toppen – das wäre dann ja wirklich Zuckerkoma pur 😀 …aber so einen kleinen Schuß wie bei dir kann ich mir schon sehr gut vorstellen…

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