Wuchteln, Buchteln, Nudeln aus der Rohr

Irgendwie wird es langsam Zeit für einen Beitrag aus DEM Land der Mehlspeisen, dort wo die wahren Meister des Germteigs leben und Wintersüßspeisesoulfood seinen Ursprung fand. Gott sei Dank hat mich Zorra noch mal an diesen Tatbestand erinnert und ich bin natürlich gern dabei  bei den östereichischen Köstlichkeiten von saltandthecity.  Ja, heute geht es nach Österreich. Wer verbindet damit nicht Berge, Schnee, Jagertee und Kaiserschmarren, und sicher wird der eine oder andere hier gern dem Wintersport fröhnen. Auch wenn ich irgendwie gar nicht der Wintersporttyp bin, und auch im Urlaub eher Meer und Metropolen mag, sehe ich gar nicht ein, deswegen auf diese Gerichte zu verzichten. Vorallem, da sich Mehlspeisen auch wunderbar als warmes, ofenfrisches Sonntagsfrühstück eignen – wie zum Beispiel diese wunderbaren fluffigen Buchteln, Wuchteln oder Rohrnudeln – ganz wie’s beliebt. Serviert mit warmer Vanillesauce lassen sie jedes Sonntagsbrötchen blass aussehen. Hat man zudem ein Rezept, mit sie sich am Vorabend vorbereiten lassen, und nur noch am Morgen in den Ofen wandern müssen, ist stressfreies Schlemmen am Morgen ein Klacks. Gebacken werden die Buchteln in einer Reine, oder Reidl – also eine metallische Auflaufform mit Deckel, ähnlich einem Bräter – so gelingen die Buchteln am besten. Das Rezept für die warme Vanillesauce könnt ihr ganz nach eurem Geschmack variieren.

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Genuss direkt aus dem Ofen

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Dänische Birkes mit „Allem“

Denke ich an Dänemark, fallen mir eigentlich nur schöne Sachen ein: das märchenhafte Kopenhagen mit dem Tivoli, ein toller Urlaub mit den liebsten Mädels und einem Wohnmobil, Sommersby Cider und das Roskilde Festival….ja, und die dänischen Bäckerein natürlich, die alle einen wunderbaren Duft nach Zimt und Karamell verströmen. Berge von süßen Teilchen aus buttrigstem Plunder stapeln sich dort….. mein persönliches Schlaraffenland.

Wie die ganzen süßen Teilchen heißen, war mir bisher gar nicht bekannt…egal, Hauptsache lecker ;-). Vor kurzen bin ich aber in den Weiten des www. über ein Rezept für die klassischen, einfachen Birkes gestoßen. Ich war sofort Feuer und Flamme und hab noch ein bisschen weitergestöbert. Also Birkes (übersetzt: Mohn) sind Brötchen oder besser Teilchen aus einem Hefeplunderteig (na, habt ihr was anderes erwartet?). Dabei gibt es nicht nur eine Sorte. Regional gibt es einiges an Unterschieden: nur mit Mohn bestreut (Tebirkes oder Thebirkes), die Körnervariante (Grovbirkes) und noch die der süßen Kopenhagener (Kobenhavener Birkes) mit einer Füllung aus Marzipan, Remonce genannt. Na….und wofür hab ich mich wohl entschieden? Natürlich für ALLES!

Wie ich die Dinger nun nennen muss, die ich hier vorstelle, weiß ich zwar immer noch nicht. Aber ist ja auch egal – hauptsache lecker!

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Sfogliatelle ricce

Sfogliatelle habe ich vor Jahren das erste Mal probiert: knusprige, knisternde Teigblätterschichten umhüllten damals eine Nougatfüllung….jeder Biss war knusprig, zarte Verzückung! Obwohl diese kleinen süße Teile von damals aus dem Fertigsortiment eines Coffeshops stammten, war ich sofort fasziniert von der Verarbeitung…wie zum Teufel macht man solchen Blätterteig?

Lange war es still um diese kleinen knusprigen Teile…Irgendwo muss ich sie wohl letztes Jahr wieder entdeckt haben, wo genau, weiß ich gar nicht mehr. Aber ich wollte es nun endlich wissen! Mit all den erfolgreich tourierten Teigen im letzten Jahr, könnte ich mich doch nun bestimmt auch an diese italienische Blätterteigvariante wagen, oder?

Gesagt getan, fehlte nur noch ein Rezept: und da, schon Jahre zuvor hatte peppinella das Rezept mit einer ausführlichen Beschreibung der Herstellung gepostet. Ein neapolitanischer Klassiker also (…ich liiieebe Klassiker, habe ich das schon gesagt?!), mit einer Füllung aus Grieß und Ricotta. Typisch ist auch die Zugabe von kandierten Früchten zur Füllung. Bisschen Orangeat hatte ich noch vom Stollen backen übrig und auch das klassisch verwendete Manitobamehl hatte ich noch da… also, los geht’s!

Das Ergebnis ist wahrlich mehr als essens- und sehenswert. Aber Hölle: es ist aufwendig! Wenn ihr Euch wirklich langweilt, und damit meine ich so richtig, richtig langweilt…oder ihr schwer was prokrastinieren müsst… dann ist dieses Rezept genau das richtige! Die Herstellung wird durch eine Nudelmaschine erheblich vereinfacht, obwohl das relativ zu betrachten ist. Den Teig mit der Hand auswellen zu wollen, gleicht sicherlich einem Himmelfahrtskommando 😉

Sfogliatelle ricce

knusprige, knisternde Teigblätterschichten umhüllen eine Füllung aus Grieß und Ricotta

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Dänischer Plunder mit Mohnfülle

Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende. Für mich ein schönes Jahr, auch wenn oder gerade weil privat und beruflich alles in ruhigen Bahnen lief, alles ohne so viel Tamtam wie sonst. Viele kleine schöne Erlebnisse haben es ausgefüllt. Die „Entdeckung“ der eigenen Stadt und Reisen an alte Kindheitsorte – Erinnerungen statt Abenteuer in der großen weiten Welt. Die Wiederbelebung dieser Erinnerungen und der in der Unaufgeregtheit der Tage entstandene Platz für Kreativität führten wohl zu diesen Seiten hier.

Knapp drei Monate gibt es „Mehlstaub und Ofenduft“ nun. Tolle drei Monate, in denen bereits knapp 2500 Mal diese Seiten aus den verschiedensten Ländern aufgerufen wurden. Dieses Interesse macht mich verdammt glücklich, denn es gibt noch sooo vieles, das ich hier gern vorstellen möchte. Mehr Brote, mehr traditionelle Backwaren aus meiner Kindheit und Heimat aber auch weiter kulinarische Mitbringsel von all den schönen Reisen die ich bereits machen durfte. Manchmal schwirren die Ideen von neuen und alten Rezepten nur so in meinem Kopf, dass ich gar nicht dazu komme, alle der bereits gebackenen Rezepte zu verbloggen. Vor ein paar Wochen zum Beispiel gelangen mir zwei wundervolle dänische Plunderzöpfe, damals noch vorweihnachtlich mit einer Füllung aus Bratapfel und Marzipan und der andere mit Orange und Kardamom.

Aber jetzt muss es Mohn sein. Den Wurzeln meiner Großmutter nach Schlesien folgend, gehört Mohngebäck zum Jahreswechsel einfach dazu. Verspricht er doch Reichtum im neuen Jahr. Ganz untraditionell gab es dieses Weihnachten bei uns weder Mohnstollen noch Mohnpielen. Das folgende Gebäck vereint nun diesen wundervollen Plunderteig mit der traditionellen Mohnfülle meiner Oma. Auf das uns allen der Reichtum an Glück, Zeit und schönen Momenten auch im neuen Jahr erhalten bleibt.

wundervollet Plunderteig mit traditioneller Mohnfülle

wundervoller Plunderteig mit traditioneller Mohnfülle

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Elisenlebkuchen

Uiuiuiiii…schon der vierte Advent..die Zeit rast….in ein paar Tagen ist schon Weihnachten! ..schade, jetzt, wo so langsam die Weihnachtsstimmung doch noch bei mir ankommt, ist das Fest auch schon fast wieder rum.
Wenigstens bin ich dieses Jahr mal wieder richtig zum Plätzchen backen gekommen. Viele Kekse sind seltsamerweise nicht mehr da. Schon verrückt bei 13 gebackenen Sorten! Und nein, ich habe die nicht alle allein aufgegessen… ich hoffe damit vielen lieben Menschen um mich herum eine kleine Freude gemacht zu haben…

Der Favorit in diesem Jahr waren eindeutig die Elisenlebkuchen. Schon am Tag des Backens hat mein Liebster fast ein halbes Blech inhaliert. Und auch unter meinen Arbeitskollegen fanden sie großen Anklang. Elisen waren schon immer meine heimlichen Lieblinge… Wenn im September die Weihnachtssachen in die Läden wandern, lasse ich mich oft dazu hinreißen, auch schon weit vor Weihnachten eine Packung zu kaufen. Dass sie selbstgemacht um einiges köstlicher schmecken, hab ich dieses Jahr gelernt, und musste deswegen letzte Woche noch eine zweite Ladung backen, damit auch noch genug zum Verschenken da waren.

Elisenlebkuchen

Elisenlebkuchen

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Winterliche Hefeplätzchen auf koreanisch – Hoddeok

Ein neuer Post, und wieder kein Plätzchenrezept – oder zumindest nicht das, was man sich so gängig unter Weihnachtsplätzchen vorstellt. Irgendwie ist Weihnachten bei mir immer noch nicht angekommen, und so fiele es mir doch schwer davon zu schreiben. Aber der Winter, wenn auch bisher ohne Schnee, der packt mich schon. Nase dicht, Frösteln, Husten! Bei dieser in die Knochen kriechenden Nasskälte brauche ich wärmende Leckereien und kannenweise Ingwertee, deswegen gibt’s heut passend dazu: Hoddeok!

Ein Mitbringsel aus unserem Koreaurlaub, der uns nicht nur zu Hoddeok-Liebhabern gemacht hat sondern allgemein zu riesen Fans der koreanischen Küche! Wer jetzt skeptisch abschalten will, dem kann ich nur sagen, ihr verpasst wirklich etwas… denkt einfach an weichen Hefeteig, als Puffer in der Pfanne knusprig gebacken, gefüllt mit warmen, flüssigen Karamell, Zimt und Nüssen.

weicher Hefeteig, gefüllt mit warmen, flüssigen Karamell, Zimt und Nüssen

weicher Hefeteig, gefüllt mit warmen, flüssigen Karamell, Zimt und Nüssen

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Sächsische Quarkkeulchen

Na, alle schon in Weihnachtsstimmung?! Nein, nicht? Geht mir auch so…irgendwie will das bei mir dieses Jahr nicht so richtig. Dabei freu ich mich doch jedes Jahr auf diese Zeit. In ein paar Tagen ist schon der 2.Advent, ich habe noch nicht mal einen Adventskranz, geschweige denn einen einzigen Zimtstern gebacken. Auch das gestrige hören sämtlicher Weihnachts-CD’s die wir besitzen, brachte mich dem Advent noch nicht näher.

Also sitze ich hier, frühstücke ein Stück leckeren Stollens nach dem Rezept von Hefe und mehr und Erinnerungen an früher werden wach. Zwar noch immer keine weihnachtlichen, aber der Gedanke an die Heimeligkeit im Winter von früher…war nicht da eigentlich Weihnachten?!… unser Kamin, der verschneite Garten im Winter und einige kleine Gerichte, die mich seit meiner Kindheit begleiten. Kleines, einfaches Soulfood, das immer passt…so wie Quarkkeulchen! Kennt Ihr nicht, dann werdet Ihr sie kennen und lieben lernen. Quarkkeulchen, das sind kleine, feine Quarkkartoffelpuffer die mit Apfelmus und Zimtzucker serviert werden.

Also, schnell die Pfanne angeworfen und in die Kindheitserinnerung zurückreisen, vielleicht klappt es ja dann mit der Weihnachtsstimmung….

kleine, feine Quarkkartoffelpuffer mit Apfelmus und Zimtzucker

kleine, feine Quarkkartoffelpuffer mit Apfelmus und Zimtzucker

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Pao de deus

Schon, wieder Portugal???
…ja, schon wieder Portugal…was soll ich sagen, die Portugiesen haben es mit dem Backen einfach drauf! Und nur mal so…auch das wird nicht das letzte portugiesische Rezept hier sein….

Heute ein Rezept für Arrufada, Estaladinho oder auch Pao de deus genannt, das Gottesbrot. Ein himmlisches wattig, weiches Milchbrötchen mit einer Kruste aus Kokos und Puderzucker.
Ein perfektes Mitbringsel zum Geburtstagsfrühstück von Hefe und mehr. Die liebe Stefanie hat hier in 6 Jahren eine unglaubliche Anzahl leckerster Brote, Brötchen und Hefegebäcks gesammelt. Alle bisher von mir getesteten Rezepte waren sensationell!

himmlisches wattig, weiches Milchbrötchen mit einer Kruste aus Kokos und Puderzucker

himmlisches wattig, weiches Milchbrötchen mit einer Kruste aus Kokos und Puderzucker

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Maҫã folhada

Was kann es zu dieser Jahreszeit besserer geben als Bratäpfel….

Meine aufregendste Begegnung mit Bratäpfeln hatte ich jedoch im Frühjahr 2012, mal wieder im schönen Portugal. Im Schaufenster einer Bäckerei in Lissabon sah ich diese wunderschönen Äpfel, eingeschlagen in buttrigen Blätterteig mit einem Stiel aus Zimtstange… ich war verliebt und musste natürlich sofort probieren!

Die Optik hatte nicht zu viel versprochen: ein saftig, mürber Bratapfel im knusprigen Blätterteigrock, zart gewürzt mit Zimt… ein absolutes Träumchen….

Maҫã assada com canela e massa folhada

Bratäpfel im Blätterteigrock

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Pasteis de nata

Es gibt so Rezepte, die schaffen mich einfach!
Kennt ihr das? Man hat irgendwo etwas gegessen, und will es unbedingt nachbacken. Im schlimmsten Fall wurde dieses „etwas“ im Urlaub verzehrt.
…im Urlaub (!)- wo durch die rosarote Brille der schönsten Zeit des Jahres ja sogar der harzigste Retsina bei Meeresrauschen und Sonnenuntergang ganz köstlich mundet…
Wieder zu Hause, recherchiert man dann tagelang im Internet, findet sich auf Seiten wieder, die man erst einmal übersetzen muss, dann bäckt man, ist unzufrieden, dreht da ein bisschen und dort ein bisschen, bäckt wieder, hmmm…ach, das muss irgendwie noch besser gehen!!! Das schmeckt nicht wie damals! Also alles wieder von vorn….

Die Pasteis de Belem oder Pasteis de nata sind so ein Rezept. Naja, schon klar, man muss sich ja auch unbedingt eins der bestgehüteten Rezepte Portugals aussuchen…ja, ich weiß…
aber es scheint so einfach!!! Tausende Rezepte kursieren im Internet, die einem suggerieren ein fertig gekaufter Blätterteig und ein selbstgekochter Pudding führen zu perfekten Pasteis de nata.
Liebe Freunde, nein, dem ist leider nicht so!

Pastel de Belem oder Pastel de Nata - gefüllte portugisische Blätterteigtörtchen

Pastel de Belem oder Pastel de Nata – gefüllte portugisische Blätterteigtörtchen

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