Schon wieder ein Anlasspost….herjeh… und dann auch noch zu diesem ganz besonderen Dienstag mit den vielen Namen: Faschingsdienstag, Fastnachtsdienstag, Fettisdag und Mardi gras (die beiden treffen es gut: Fetter Dienstag!), und, und , und. Jaaaa, es ist Karneval, auch wenn man es hier in Berlin nicht bemerkt. In anderen Teilen Deutschlands und der Welt wird vor dem Beginn der Fastenzeit so richtig gefeiert, es darf nochmal ordentlich krachen und Kalorien regnen: Kamelle und Pfannkuchen (…ja, so heißen die Berliner hier) im Überfluss…doch was gibt’s so bei den Anderen?
Eine besondere Form des Fastnachtkrapfens aus Schweden musste ich dieses Jahr einfach probieren: die Semla (Mehrzahl: Semlor). Die Kombination aus einem luftigen Hefebrötchen, natürlich mit etwas Kardamom, gefüllt mit Marzipancreme und Sahne klang einfach viel zu verlockend. Resultat: der gute alte Pfannkuchen guckte dieses Jahr bei uns leider in die Röhre, denn die Schweden haben es mit ihrer Semla ja mal wieder wirklich so richtig, richtig lecker zu ihrem Fetten Dienstag! Nachmachen, aber schnell!grenzenlos lecker
Apple-Bacon-Pie
Das erste Bild von diesem „Kuchen“ spielte mir eine Freundin über ein bekanntes soziales Netztwerk zu… ich war schockiert. Ein süßer Apfelkuchen mit Zimt und Zucker versteckt unter einem Gitter knusprigen Frühstücksspecks… die Idee fand ich mehr als obszön. Kann man sowas Backen? Und auch Essen? Immerwieder musste ich an dieses Bild denken, es ließ mich nicht los. „Das ist doch so ein typisches nordamerikanisches Ding, Pancakes mit Ahornsirup und Speck zum Frühstück, Big Kahunaburger mit Doppeltzuckerketchup und Ananas zwischenduch und, und, und… da ist doch nichts dabei…. ahhhh… ich könnte es ja abwandeln, so in eine herzhafte Variante, vielleicht so als Art Quiche mit Apfel und Sellerie zum Beispiel, nein, nicht…nee ist doch dann nicht das selbe“. Eine verzwackte Situation.
Dann begab ich mich auf die Suche nach dem Rezept zum Bild und fand es auf dem wunderbar photographierten Blog fortheloveofthesouth.com. Ich erfuhr, dass es sich bei diesem Pie um eine national bekannte Südstaaten Spezialität handelte. Klasse! Erhält also das Prädikat Klassiker, mit der Absolution, probiert zu werden. Damit ich es nicht allein essen muss, zeigte ich das Rezept zur Sicherheit nochmal meinem Liebsten und da, keine Spur von Fragwürdigkeit! Nein seine Augen leuchteten!…. Ja, vielleicht ist das so ein Männerding: auf alles Fleisch drauf legen…na dann…
und was soll ich sagen: Damm it! It’s sooo goooood! Die 2 Stunden Auskühlzeit waren Folter (…die ich natürlich mal wieder nicht eingehalten habe): der Duft nach karamelisierten Äpfeln, Zimt, Muskat und rauchigem Speck, der Anblick des blubbernden Füllung, des mürben, goldbraunen Bodens und obenauf der knusprig-krosse Speck….und dann der Geschmack: sehr süß (wie es sich für einen guten US Pie gehört) und rauchig-salzig, fruchtig, karamellig, zimt-würzig….Apfelkuchenhimmel! …manchmal lohnt es sich eben, sich mal was zu trauen…
Ina sucht diesen Monat Apfelkuchen bei let’s Cook together – das ist ein Apfelkuchen.
Wuchteln, Buchteln, Nudeln aus der Rohr
Irgendwie wird es langsam Zeit für einen Beitrag aus DEM Land der Mehlspeisen, dort wo die wahren Meister des Germteigs leben und Wintersüßspeisesoulfood seinen Ursprung fand. Gott sei Dank hat mich Zorra noch mal an diesen Tatbestand erinnert und ich bin natürlich gern dabei bei den östereichischen Köstlichkeiten von saltandthecity. Ja, heute geht es nach Österreich. Wer verbindet damit nicht Berge, Schnee, Jagertee und Kaiserschmarren, und sicher wird der eine oder andere hier gern dem Wintersport fröhnen. Auch wenn ich irgendwie gar nicht der Wintersporttyp bin, und auch im Urlaub eher Meer und Metropolen mag, sehe ich gar nicht ein, deswegen auf diese Gerichte zu verzichten. Vorallem, da sich Mehlspeisen auch wunderbar als warmes, ofenfrisches Sonntagsfrühstück eignen – wie zum Beispiel diese wunderbaren fluffigen Buchteln, Wuchteln oder Rohrnudeln – ganz wie’s beliebt. Serviert mit warmer Vanillesauce lassen sie jedes Sonntagsbrötchen blass aussehen. Hat man zudem ein Rezept, mit sie sich am Vorabend vorbereiten lassen, und nur noch am Morgen in den Ofen wandern müssen, ist stressfreies Schlemmen am Morgen ein Klacks. Gebacken werden die Buchteln in einer Reine, oder Reidl – also eine metallische Auflaufform mit Deckel, ähnlich einem Bräter – so gelingen die Buchteln am besten. Das Rezept für die warme Vanillesauce könnt ihr ganz nach eurem Geschmack variieren.
Dänische Birkes mit „Allem“
Denke ich an Dänemark, fallen mir eigentlich nur schöne Sachen ein: das märchenhafte Kopenhagen mit dem Tivoli, ein toller Urlaub mit den liebsten Mädels und einem Wohnmobil, Sommersby Cider und das Roskilde Festival….ja, und die dänischen Bäckerein natürlich, die alle einen wunderbaren Duft nach Zimt und Karamell verströmen. Berge von süßen Teilchen aus buttrigstem Plunder stapeln sich dort….. mein persönliches Schlaraffenland.
Wie die ganzen süßen Teilchen heißen, war mir bisher gar nicht bekannt…egal, Hauptsache lecker ;-). Vor kurzen bin ich aber in den Weiten des www. über ein Rezept für die klassischen, einfachen Birkes gestoßen. Ich war sofort Feuer und Flamme und hab noch ein bisschen weitergestöbert. Also Birkes (übersetzt: Mohn) sind Brötchen oder besser Teilchen aus einem Hefeplunderteig (na, habt ihr was anderes erwartet?). Dabei gibt es nicht nur eine Sorte. Regional gibt es einiges an Unterschieden: nur mit Mohn bestreut (Tebirkes oder Thebirkes), die Körnervariante (Grovbirkes) und noch die der süßen Kopenhagener (Kobenhavener Birkes) mit einer Füllung aus Marzipan, Remonce genannt. Na….und wofür hab ich mich wohl entschieden? Natürlich für ALLES!
Wie ich die Dinger nun nennen muss, die ich hier vorstelle, weiß ich zwar immer noch nicht. Aber ist ja auch egal – hauptsache lecker!
Sfogliatelle ricce
Sfogliatelle habe ich vor Jahren das erste Mal probiert: knusprige, knisternde Teigblätterschichten umhüllten damals eine Nougatfüllung….jeder Biss war knusprig, zarte Verzückung! Obwohl diese kleinen süße Teile von damals aus dem Fertigsortiment eines Coffeshops stammten, war ich sofort fasziniert von der Verarbeitung…wie zum Teufel macht man solchen Blätterteig?
Lange war es still um diese kleinen knusprigen Teile…Irgendwo muss ich sie wohl letztes Jahr wieder entdeckt haben, wo genau, weiß ich gar nicht mehr. Aber ich wollte es nun endlich wissen! Mit all den erfolgreich tourierten Teigen im letzten Jahr, könnte ich mich doch nun bestimmt auch an diese italienische Blätterteigvariante wagen, oder?
Gesagt getan, fehlte nur noch ein Rezept: und da, schon Jahre zuvor hatte peppinella das Rezept mit einer ausführlichen Beschreibung der Herstellung gepostet. Ein neapolitanischer Klassiker also (…ich liiieebe Klassiker, habe ich das schon gesagt?!), mit einer Füllung aus Grieß und Ricotta. Typisch ist auch die Zugabe von kandierten Früchten zur Füllung. Bisschen Orangeat hatte ich noch vom Stollen backen übrig und auch das klassisch verwendete Manitobamehl hatte ich noch da… also, los geht’s!
Das Ergebnis ist wahrlich mehr als essens- und sehenswert. Aber Hölle: es ist aufwendig! Wenn ihr Euch wirklich langweilt, und damit meine ich so richtig, richtig langweilt…oder ihr schwer was prokrastinieren müsst… dann ist dieses Rezept genau das richtige! Die Herstellung wird durch eine Nudelmaschine erheblich vereinfacht, obwohl das relativ zu betrachten ist. Den Teig mit der Hand auswellen zu wollen, gleicht sicherlich einem Himmelfahrtskommando 😉
Dänischer Plunder mit Mohnfülle
Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende. Für mich ein schönes Jahr, auch wenn oder gerade weil privat und beruflich alles in ruhigen Bahnen lief, alles ohne so viel Tamtam wie sonst. Viele kleine schöne Erlebnisse haben es ausgefüllt. Die „Entdeckung“ der eigenen Stadt und Reisen an alte Kindheitsorte – Erinnerungen statt Abenteuer in der großen weiten Welt. Die Wiederbelebung dieser Erinnerungen und der in der Unaufgeregtheit der Tage entstandene Platz für Kreativität führten wohl zu diesen Seiten hier.
Knapp drei Monate gibt es „Mehlstaub und Ofenduft“ nun. Tolle drei Monate, in denen bereits knapp 2500 Mal diese Seiten aus den verschiedensten Ländern aufgerufen wurden. Dieses Interesse macht mich verdammt glücklich, denn es gibt noch sooo vieles, das ich hier gern vorstellen möchte. Mehr Brote, mehr traditionelle Backwaren aus meiner Kindheit und Heimat aber auch weiter kulinarische Mitbringsel von all den schönen Reisen die ich bereits machen durfte. Manchmal schwirren die Ideen von neuen und alten Rezepten nur so in meinem Kopf, dass ich gar nicht dazu komme, alle der bereits gebackenen Rezepte zu verbloggen. Vor ein paar Wochen zum Beispiel gelangen mir zwei wundervolle dänische Plunderzöpfe, damals noch vorweihnachtlich mit einer Füllung aus Bratapfel und Marzipan und der andere mit Orange und Kardamom.
Aber jetzt muss es Mohn sein. Den Wurzeln meiner Großmutter nach Schlesien folgend, gehört Mohngebäck zum Jahreswechsel einfach dazu. Verspricht er doch Reichtum im neuen Jahr. Ganz untraditionell gab es dieses Weihnachten bei uns weder Mohnstollen noch Mohnpielen. Das folgende Gebäck vereint nun diesen wundervollen Plunderteig mit der traditionellen Mohnfülle meiner Oma. Auf das uns allen der Reichtum an Glück, Zeit und schönen Momenten auch im neuen Jahr erhalten bleibt.
Winterliche Hefeplätzchen auf koreanisch – Hoddeok
Ein neuer Post, und wieder kein Plätzchenrezept – oder zumindest nicht das, was man sich so gängig unter Weihnachtsplätzchen vorstellt. Irgendwie ist Weihnachten bei mir immer noch nicht angekommen, und so fiele es mir doch schwer davon zu schreiben. Aber der Winter, wenn auch bisher ohne Schnee, der packt mich schon. Nase dicht, Frösteln, Husten! Bei dieser in die Knochen kriechenden Nasskälte brauche ich wärmende Leckereien und kannenweise Ingwertee, deswegen gibt’s heut passend dazu: Hoddeok!
Ein Mitbringsel aus unserem Koreaurlaub, der uns nicht nur zu Hoddeok-Liebhabern gemacht hat sondern allgemein zu riesen Fans der koreanischen Küche! Wer jetzt skeptisch abschalten will, dem kann ich nur sagen, ihr verpasst wirklich etwas… denkt einfach an weichen Hefeteig, als Puffer in der Pfanne knusprig gebacken, gefüllt mit warmen, flüssigen Karamell, Zimt und Nüssen.
Pao de deus
Schon, wieder Portugal???
…ja, schon wieder Portugal…was soll ich sagen, die Portugiesen haben es mit dem Backen einfach drauf! Und nur mal so…auch das wird nicht das letzte portugiesische Rezept hier sein….
Heute ein Rezept für Arrufada, Estaladinho oder auch Pao de deus genannt, das Gottesbrot. Ein himmlisches wattig, weiches Milchbrötchen mit einer Kruste aus Kokos und Puderzucker.
Ein perfektes Mitbringsel zum Geburtstagsfrühstück von Hefe und mehr. Die liebe Stefanie hat hier in 6 Jahren eine unglaubliche Anzahl leckerster Brote, Brötchen und Hefegebäcks gesammelt. Alle bisher von mir getesteten Rezepte waren sensationell!
Tarte Tatin à la Kouign Amann
Dieses Rezept ist ein kleiner Glücksgriff. Nachdem ich in den letzten Wochen einiges an Zeit mit dem Backen von Kouign Amann verbracht habe, spielte ich mit dem Gedanken, diesen karamellisierten Butterkuchen mit Äpfeln etwas herbstlicher zu gestalten. Und bei Karamell, Äpfeln und Kuchen fällt mir doch glatt die Tarte Tatin ein. Auch hier wird üblicherweise ein blättriger Teig verwendet um einen umgedrehten Apfelkuchen zu backen.
Ich habe im folgenden Rezept Dinkelmehl verwendet. Der Teig aus diesem Mehl ist sehr elastisch, und die Butter lässt sich gut in den Teig einarbeiten, wenn er nicht zu warm ist. Die Schichtung ist zwar nach dem Backen nicht mehr so ganz zu erkennen, aber der Teig schmeckt wunderbar! Zart, blättrig, knusprig die Kruste, weich, saftig, buttrig das Innere. Der eintourierte Zimtzucker macht das Ganze perfekt für die kalte Jahreszeit. Bei den Äpfeln eignen sich säuerliche Sorten sehr gut, sie bilden einen schönen Kontrast zu all der Butter und Zucker.
Und da Apfelkuchen mit Zimt meine ganz persönliche Quintessenz des Herbstes ist, reiche ich diesen Beitrag ein bei Zorra und der Gastgeberin Christina.
Maҫã folhada
Was kann es zu dieser Jahreszeit besserer geben als Bratäpfel….
Meine aufregendste Begegnung mit Bratäpfeln hatte ich jedoch im Frühjahr 2012, mal wieder im schönen Portugal. Im Schaufenster einer Bäckerei in Lissabon sah ich diese wunderschönen Äpfel, eingeschlagen in buttrigen Blätterteig mit einem Stiel aus Zimtstange… ich war verliebt und musste natürlich sofort probieren!
Die Optik hatte nicht zu viel versprochen: ein saftig, mürber Bratapfel im knusprigen Blätterteigrock, zart gewürzt mit Zimt… ein absolutes Träumchen….









