Uhhh the Beets….Gnocchi di pane mit ofengerösteter Beete

….wie, jetzt kocht sie auch noch?! Ja, jetzt kocht sie auch noch….aber selbstverständlich mit Brot! Was für diejenigen, die mich näher kennen jedoch weitaus erstaunender sei wird: Sie kocht mit roter Beete! Ja, wirklich! R.O.T.E B.E.E.T.E.
Letzten Freitag ist es passiert, bei Wochenendmarkteinkauf lagen sie da: so schön dunkelpink, mit frischen, kräftigen Stängeln und dunkelgrünen Blättern. Darüber das Schild: eigener Anbau. Für mich kann ein Gemüsehändler ja wirklich nichts besserer auf sein Preisschild schreiben als „eigener Anbau“ – bio, öko, regional, alles dehnbare Begriffe im Auge des Betrachters – etwa so wie hausgemacht – das zieht schon lange nicht mehr bei mir. Schreibt er jedoch hin, es kommt von seinem eigenen Hof, dann bin ich wie hypnotisiert und greife zu. Handgeklöppeltes muss doch einfach gut sein.
Nun ja und da stand ich nun, mit meinen wunderhübsch anzuschauenden, von Feld eines Gemüsebauern am Rande von Berlin stammenden roten Beeten. Als Kind war dies ja mein Alptraumgemüse schlechthin – diese geriffelten Scheiben, eingelegt in Essig. Wieviele Mittagessen musste ich damals im Kindergarten (so lange her, und doch noch gut in Erinnerung) länger als alle anderen am Tisch sitzen, bis ich mir wenigstens die Hälfte dieses erdigen Zeugs runtergewürgt hatte. Brrrrrr….mich schüttelt es beim Gedanken daran. Was zum Teufel hatte mich hier nur geritten, diese Beete zu kaufen? Ich durchforstete das Internet und gelangte bald zu dem Entschluss, meine Beeten im Ofen zu rösten. Ich weiß ja, was so ein Ofen für Magie vollbringen kann, nicht nur bei Broten und Kuchen, nein auch bei Gemüse. Damit das Abendessen an diesem Tage nicht ins Wasser fällt, waren mein Plan B Gnocchi di pane. Eine Triester Spezialität, die, wie kleine Semmelknödel aus altem Brot gemacht werden. Eine tolle Beilage zu Gulasch, aber auch mit jeglichen Gemüsen, Pesto und Parmesan oder mit Salbei und Butter trösten sie gut über misslungene Back- und Kochversuche hinweg. Das Ende der Geschichte seht ihr nun hier. Und ich kann es immer noch nicht glauben: diese ofengeröstete Rote Beete ist köstlich! So süß und intensiv und nur noch leicht erdig. Immer wieder musste ich ein Stückchen probieren, ob ich mich nicht getäuscht hatte. Die schönen Stengel landeten dann kurzerhand auch mit in der Pfanne und die Blätter im Pesto, welches nach einer Anregung von Lamiacucina mit Kaffee seinen besonderen Pfiff bekam. Es war letztendlich ein deftiges, sättigendes Essen – aber da der Sommeranfang doch mal wieder recht herbstlich ausfiel, war es genau passend……Rote Beete…..kopfschüttel……. 😀

20150622-IMG_0649


Diese ofengerösteten Beeten kann ich mir auch gut als Salat mit den Blättern der Beeten, etwas Rucola, Nüssen, Ziegenkäse und einem Balsamicodressing natürlich mit Kaffeeöl vorstellen. Dann beim nächsten Mal ;-)…

Gnocchi de pane mit ofengerösteter Roter Beete (4 Portionen)

Geröste Beete:
1 Bund Rote Beete (4-5 Knollen), die Blätter und Stängel aufbewahren
2EL Olivenöl
1EL Balsamico
Salz und Pfeffer

Pesto:
Blätter der Beeten (70g)
50g Blattpetersilie
50g Haselnüsse, geröstet
50g geriebener Parmesan
5g Kaffeebohnen oder 1TL Espressopulver
Salz und Pfeffer
100ml Öl oder mehr, je nach gewünschter Konsistenz

Gnocchi:
250g Altbrot, in grobe Brösel gerieben
etwa 250g Milch, ggf etwas mehr
2 Eier, Größe M
200g Mehl 550
40g geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer, Muskat

Butterschmalz
gehobelter Parmesan zum Servieren

Ofen auf 180 °C vorheizen. Die Beeten waschen, putzen, dann achteln und in eine Auflaufform geben. Mit Balsamico, Olivenöl und etwas Salz, Pfeffer vermischen. Im Ofen etwa 45 Minuten rösten.

Für das Pesto die Blätter der Beete und die Petersilie grob hacken. Zusammen mit den gerösteten Haselnüssen, dem Parmesan und den Kaffeebohnen in einen Mixer geben. Etwas Öl zugeben und pürieren. Dabei weiter Öl zugeben, bis die gewünschte Konsistenz entstanden ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen. Die Brotbrösel mit dem Mehl und Parmesan Mischen. Die Eier in der Milch verquirlen und unter die Brösel rühren. Es sollte ein weicher Teig entstehen, sonst noch etwas Milch hinzugeben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Das Kochwasser ebenfalls salzen, die Hitze etwas reduzieren, es sollte nur noch leise simmern. Mit einem Teelöffel den Teig abstechen und mit angefeuchteten Händen zu maximal walnussgroßen (sonst sind sie zu klobig) Klößchen formen. Die Klößchen in das simmernde Kochwasser geben und in etwa 8 Minuten garziehen lassen. Aus dem Wasser heben und abtropfen lassen.

Die Stängel der Beeten in etwa 1cm lange Stücke schneiden. In einer Großen Pfanne etwas Butterschmalz auf hoher Hitze zerlassen und die Stängel kurz andünsten. Die Gnocchi hinzugeben und kurz mitbraten. Die Beeten hinzugeben, sowie die gewünschte Menge an Pesto und alles gut vermengen. Den Deckel aufsetzen und auf der ausgeschalteten Herdplatte noch etwa 5 Minuten ziehen lassen.

Mit gehobeltem Parmesan und restlichem Pesto servieren.

20150622-IMG_0632 20150622-IMG_0637

9 Kommentare zu “Uhhh the Beets….Gnocchi di pane mit ofengerösteter Beete

  1. Juchu – du kochst auch (obwohl die rote Bete ja eigentlich gebacken wurde :-D)
    Ich freu mich, dass du auch Kochrezepte präsentierst 🙂 Und dieses klingt richtig, richtig toll!!! Rote Bete mag ich ja sehr, obwohl ich genau das selbe Trauma erleiden musste wir du (wirklich haargenau!). Im Ofen geröstet passiert ja so was wundervolles mit den Knollen – einfach nur herrlich! Und das Pesto klingt total intererssant mit dem Kaffee, stell ich mir aber richtig lecker vor (bekommt durch den Kaffee bestimmt ne rauchige Note).
    Gnocchi aus Brot kannte ich gar nicht – sind die so ähnlich wie Semmelknödel (nur in klein)?
    Ich hoffe, du kannst das Wetter genießen und Sonne tanken! Hab eine schönen Tag, liebe Susanna!
    Liebste Grüße,
    Kimi

    Gefällt mir

    • Haha, Kimi, ja, ich koche doch recht gern, wobei am liebsten Freestyle, aus dem was gerade da ist oder mir über den Weg läuft. Backen ist dann doch etwas komplexer und irgendwie auch angenehmer zu photographieren 😀 . Aber ich habe jetzt mittlerweile eine kleine Sammlung an Rezepten mit Brot, was sich thematisch ja ganz gut in den Blog einfügt, also wird es sicher bald mal wieder ein Brotkochrezept geben. Irgendwie ja schon tragisch, dass soviele Kinder dieses Rote Beete Trauma teilen mussten, oder? Aber du hast es ja auch schon erfolgreich überwunden – deine Beete Gnocchi werde ich dann sicher bald mal probieren. Die Brotgnocchi schmecken tatsächlich wie kleine Minisemmelknödel, nur ein bisschen feiner und ja, der Kaffee im Pesto gibt ordentlich Röstaroma. Sonnetanken wird leider ein bisschen schwierig diese Woche – natürlich hab ich mal wieder Nachtdienst 😦 … bin dann eher mal gespannt, ob ich bei 37°C schlafen kann :D.
      Ganz liebe Grüße Kimi, genieß ein bisschen Sommer für mich mit!
      Susanna

      Gefällt mir

  2. Das sieht so fantastisch lecker aus, dass ich es am liebsten direkt nachkochen würde! Was für einen schönen Blog du hier hast! Bin grade über bloggerMAG auf dich gestoßen. Toll, ich bin begeistert von deinen Rezepten!
    Viele liebe Grüße,
    Lena

    Gefällt mir

  3. Hallo Susanna,
    also so ein herzhaftes Gericht steht deinem Blog sehr gut 😉 .
    Ich als abolute Brotback-Versagerin folge ja voller Bewunderung deinem Blog und wenn du jetzt auch noch mit so tollen herzhaften Gerichten um die Ecke kommst, wirst du mich nicht mehr los 🙂

    Rote Bete war für mich auch eine absolute Überraschung – die Kombi mit den Brot-Gnocchis klingt absolut gandios!!!
    Liebste Grüße sendet Dir,
    Sandra

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s