Neue Zöpfe

Ostern steht vor der Tür. Nun aber, unwiderruflich „Tschüß, Winter!“. Jede Schneeflocke die sich im noch anstehenden Aprilwetter anfinden wird, ist ab jetzt ein Affront gegen die Auferstehung der Natur. Grün, das ist die Farbe die nun bitteschön Saison haben soll, dazwischen gern Farbtupfer von gelb, rosé und lila. Das Leben erhebt sich aus seiner Winterruhe, ein schöner Grund zu feiern. Frühlingsanfang oder Ostern, hier geht es ohne Symbole der Fruchtbarkeit nicht:  Osterhasen, Osterlämmer, Ostereier, Ostergras, Nester, aus Zöpfen werden Kränze. Einen wahren Schatz an internationalen Rezepten zum österlichen Backen findet der, der danach sucht. Ich fand eine köstliche Rumänische Pasca hier. Ein saftiges Osterbrot mit einer reichhaltigen süßen Quarkfülle.  Auch mit Kranz, wenn auch versteckt.
Auf das Leben.

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Ich hätte gern noch ein bisschen Teig übrig gehabt für etwas figürliche Osterbäckerei. Maris Osterhasen gelingen bestimmt mit diesem Teig ebenfalls wunderbar. Und wer etwas herzhaftes für einen Brunch sucht, hier eine kleine Erinnerung an letztes Jahr.

Rumänische Pasca (für eine Springform 24 cm Durchmesser):

Sauerteig:
90g Mehl
45g Wasser
10g Anstellgut

Teig:
Sauerteig
120g Milch
1 Ei (M) + 1 Eigelb
270g Mehl
4g Salz
90g Zucker
50g Butter, weich

Füllung:
100g Rosinen
2EL Rum
750g Speisequark 20% Fett
2 Eier (M) und ein Eiweiß
100g Zucker
1EL Vanillzucker
2EL Stärkemehl
20g Zitronat oder Abrieb einer unbehandelten Zitrone

1 verquirltes Ei für die Eistreiche

Die Sauerteigzutaten verkneten und 8-9 Stunden an einem warmen Ort aufgehen lassen.
Für den Teig in der Schüssel für die Knetmaschine Milch, Ei, Eigelb und Sauerteig verquirlen, das Mehl hinzugeben und alles gut mischen. 30 Minuten zur Autolyse stehen lassen. Das Salz hinzugeben und den Teig nun erst 2 Minuten auf kleinster Stufe, dann 3 Minuten auf zweiter Stufe kneten lassen. Den Zucker einstreuen und 3 Minuten weiter kneten lassen. Zuletzt die Butter in Stückchen hinzugeben und kneten lassen bis ein glatter Teig entsteht. Den Teig 4 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen, dabei stündlich falten. Danach den Teig nochmals gut zusamenfalten und dicht abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Die Rosinen mit etwas heißem Wasser übergießen bis sie bedeckt sind, Rum hinzugeben und über Nacht quellen lassen. Den Quark in ein mit Mull ausgelegtes Sieb geben und über Nacht oder mindestens 4 Stunden abtropfen lassen.

Für den Boden 280g Teig abwiegen, den restlichen Teig in 3 gleichschwere Teile teilen. Eine Springform mit Backpapier auslegen. Für den Boden den Teig rundschleifen, flachdrücken und 20 Minuten ruhen lassen. Danach zu einem Kreis in der Größe des Springformbodens ausrollen. Den Boden damit auskleiden. Für den Rand die restlichen Teigteile in Stränge vorformen, ebenfalls 20 Minuten ruhen lassen und dann zu etwa 80 – 90 cm langen Rollen formen. Daraus einen einfachen Zopf flechten. Den Zopf zu einem Kranz schließen und leicht schräg an den Springformrand „stellen“. Das ist ein bisschen fisselig, aber es geht. Dann eine kleine, leichte Schüssel, deren Öffnung etwa den Innendurchmesser des Kuchens hat, mit einem sauberen Geschirrtuch umwickeln (Schüsselöffnung überspannen). Mit der Öffnung auf den Boden setzen, um damit den Zopfrand für die Gare zu stabilisieren. Alles gut abdecken und etwa 4 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen.

Für die Fülle den abgetropften Quark mit den Eiern, Eiweiß, Zucker, Stärkemehl, Vanillezucker und Salz glattrühren. Das Zitronat fein hacken und mit den Rosinen unter die Quarkmasse mischen. Wenn der Teig aufgegangen ist, den Ofen auf 180°C Ober-Unterhitze vorheizen. Den Boden mit einer Gabel mehrmals einstehen und dann die Füllung darauf verteilen, ggf. etwas auftürmen. Den Rand mit verquirltem Ei bestreichen. Den Kuchen bei 180° etwa 45 Minuten backen, wenn der Rand zu schnell bräunt, vor Ende der Backzeit abdecken.

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8 Kommentare zu “Neue Zöpfe

  1. Nachdem ich jetzt schon einige Sauerteigleckereien von deinem Blog nachgebacken habe, muss ich mal meiner Begeisterung freien Lauf lassen! Schon als dieses Pascarezept in meinem Reader auftauchte war mir klar DAS MUSS ICH ZU OSTERN BACKEN. Gedacht, getan und alle Anwesenden begeistert. Ich selbst bin auch noch ziemlich angetan von der Fluffigkeit des nur mit Sauerteig getriebenen Hefezopfes. Allein das Weitergeben des Rezepts stellte ein Problem dar, da ich erst Autolyse erklären und Übernachtgare im Kühlschrank rechtfertigen musste.
    Liebe Grüße,
    Elisa

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    • Liebe Elisa, wie schön, dass Euch der Zopf geschmeckt hat. Ja es ist schon immer wieder ein bisschen aufwendiger mit dem Sauerteig. Obwohl mittlerweile finde ich diese Form des Backens mit vielen kleinen Handgriffen über 2 Tage verteilt sogar angenehmer. Der Teig entsteht praktisch von selbst und kann auch gut vorbereitet werden. Wenn man sich dann noch an den besseren Geschmack und die lockerer Konsistenz gewöhnt hat, wird uns der eine oder andere mehr bestimmt noch folgen, meinst du nicht?

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      • Auf jeden Fall! Ich liebe es auch, wenn man die Zeit im Gebäck schmeckt und genieße es regelrecht langwierige Backprojekte in Angriff zu nehmen. Aber außerhalb der Foodbloggerwelt wird das schnell als „viel zu viel Aufwand“ abgetan. Stört mich jedoch auch nicht groß, solange es meinen Mitessenden schmeckt und ich meinen Spaß an der Zubereitung hatte.

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