Kürbisgnocchi mit gerösteten Salbeipilzen

Ich hab verstanden. Ihr mögt kleine Schwächen. Also ich hab noch mehr davon. Wie steht ihr den so zu, sagen wir mal… Gnocchi? Ja? Läuft? Wirklich? Keine Wutausbrüche, wenn euch der mal wieder viel zu weich geratene Teig zwischen den Händen davon rinnt? Keine hektischen Knetversuche, obwohl man doch weiß, dass das gar nicht gut ist und man bei weiterer Glutenentwicklung mit den Teigbällchen nachher besser Pingpong spielen kann als die zähen Dinger zu essen? Oder wie ist es denn so in der Endphase: Gnocchis nochmal ein bisschen in Butter „schwenken“? Geht locker? Da klebt nix wie mit UHU befestigt in der Pfanne? Hmm. Respekt! Ja gut, ich steh dann auch mal dazu, so sehr ich diese kleinen Dinger auch liebe – selbstgemachte Gnocchi treiben mich in den Wahnsinn. Falls man alles noch auf die Spitze treiben möchte, dann probiert man aus Kürbis Gnocchis zu machen. Spätesten wenn man unter 200g pürierten Kürbis eine halbe Tüte Mehl geknetet hat ohne dabei eine formbare Masse zu erzeugen, sollte man kapitulieren und lieber auf den Lieferservice umsteigen. Ich spreche da aus Erfahrung – alles schon passiert. Letztes Jahr. War nicht schön. Und trotzdem konnte ich auch dieses Jahr nicht davon lassen. Dieses leuchtende Orange auf dem Teller! Doch diesmal war ich schlauer. Kein Mehl – fein gemahlenes Altbrot kommt in den Teig. Klappt perfekt und schmeckt um Längen besser! Dazu fein gehobelte Pilze mit Salbei in Butter geröstet. Harmoniert wunderbar mit dem fein süßlichen Kürbis. Mein diesjähriges Lieblingspilzgericht. Und da Barbara und Mario bei zorra gerade ihren ersten Bloggeburtstag feiern gibt’s hier noch mehr Pilz. Und wohl auch Wild, wer’s mag.

Kürbisgnocchi mit Pilzen

Blog-Event CXIV - Wild & Pilz (Einsendeschluss 15.11.2015)


Wenn ich Kürbispüree in Teigen verwenden möchte, gare ich die Kürbisstücke zuvor im Backofen. Das dauert zwar etwas länger als im Kochtopf, aber das Püree ist danach deutlich weniger wässrig und schön aromatisch.

Kürbisgnocchi mit gerösteten Salbeipilzen (4 Portionen):

Gnocchi:
280g Kürbispüree (von etwa 400g Kürbis, in Stücke geschnitten, 45 min bei 180°C im Ofen geröstet, abgekühlt und püriert)
125g Weißbrot vom Vortag, gemahlen + etwas mehr bei Bedarf
100g heiße Milch
1 Ei, Größe M
Salz, Pfeffer, Muskat

Salz für’s Kochwasser

geröstete Salbeipilze:
200g Champignons, Steinpilze, Saitlinge (alles was sich gut hobeln lässt)
10 Salbeiblättchen (oder nach Geschmack)
4 EL Butter

wer mag gehobelter Parmesan zum Servieren

Die Brotbrösel in eine Schüssel geben, mit der heißen Milch übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Das Kürbispüree und das Ei hinzugeben und alles vermengen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken. Die Masse nochmals 15 Minuten ziehen lassen, danach sollte sie sich gut formen lassen, falls nicht noch etwas Brotbrösel hinzugeben. In der Zwischenzeit die Pilze putzen und fein hobeln. Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen. Salz hinzugeben wenn es kocht. Hitze herunterschalten.
Auf einer gut gemehlten Arbeitsfläche aus dem Teig nun 4 daumendicke Rollen formen. Von den Rollen 2-3 cm große Stücke abschneiden und in Mehl rollend zu Gnocchi formen. Die Gnocchi in das knapp siedende Wasser geben. Wenn die Gnocchis an die Oberfläche steigen, sind sie fertig (dauert ca. 3 Minuten). In der Zwischenzeit die Butter in einer Pfanne zerlassen. Salbei und gehobelte Pilze hinzugeben und alles bei stärkerer Hitze goldbraun anbraten. Die Gnocchis abtropfen lassen und kurz mit den Pilzen in der Pfanne braten lassen, dabei vorsichtig wenden. Auf Tellern nach Wunsch mit etwas gehobeltem Parmesan anrichten.

Kürbisgnocchi mit Pilzen

15 Kommentare zu “Kürbisgnocchi mit gerösteten Salbeipilzen

  1. Liebe Susanne,
    habe Dein schönes Blog erst kürzlich entdeckt und werde hier nun öfter vorbeischauen.
    An meinen allerersten Kürbisgnocchi (ich glaube sogar, an meinen ersten Gnocchi überhaupt) habe ich mich vor rund zehn Jahren zu einem Weihnachtsmenü mit 12 Teilnehmern versucht… Halbwegs gerettet hat mich der Umstand, dass strenger Frost herrschte und ich die Pampe auf dem Balkon in einen anderen Aggregatzustand überführen konnte. Beim anschließenden Kochen haben sich die Dinger deshalb wenigstens nicht vollständig aufgelöst, aber etwas für „das Auge isst mit“, war es nicht. Den Gästen habe ich dann auch nicht gesagt, worum es sich eigentlich handeln sollte.
    Da es bei uns Weihnachten immer Wild gibt, wären Deine Altbrotgnocchi ja mal wieder eine schöne Beilage. Ich würde sie diesmal allerdings gerne vorbereiten und im TK aufbewahren. Würdest Du sie roh oder gekocht einfrieren?
    LG aus Hannover, Ulla

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    • Liebe Ulla. Liebsten Dank für deinen Besuch. Ich hoffe meine all zu späte Antwort hilft noch weiter. Wenn du die Gnocchis vorbereiten willst, dann würde ich persönlich nur den Teig vorbereiten, denn der kann gut einen Tag lang im Kühlsschrank stehen. Beim Einfrieren der geformten Gnocchis bin ich mir eher unsicher, wie sich der Teig verhält. Sicherer wäre bestimmt die gegarte Variante. Ich würde mich freuen zu hören, wie es dann letztendlich geklappt hat.
      Liebe Grüße,
      Susanna

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  2. 1Die sehen ja gut aus Ich liebe Kürbisgnocchi, ich liebe Salbei, ich liebe Pilze 🙂 Ein leckeres Rezept. Ich habe sogar ein ähnliches auf meinem Blog, aber mit Weißbrot vom Vortag hab ich sie noch nie gemacht. Ich bin ein großer Fan von Resteverwertung und würde bei uns jemals Brot übrig bleiben (das kommt irgendwie nie vor), würde ich es genau nach deinem Rezept machen 🙂
    Lieben Gruß,
    Jenny

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  3. Meine Güte, sieht das lecker aus 🙂 Muss ich unbedingt mal probieren, so lange es noch Kürbis gibt! Mal eine andere Gnoccivariante – und die liebe ich! Liebe Grüße aus der Region Meraner Land 🙂

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  4. Pingback: Blog-Event CXIV – Wild & Pilz – Zusammenfassung | 1x umrühren bitte aka kochtopf

  5. Mit Gnocchi kämpfe ich auch – außer die mit Ricotta, die klappen immer. Meine Kürbisgnocchi gingen so (Backofen, ja!), ein paar andere waren auch ein Kampf…
    Und ich habe mal welche mit Johann Lafer gemacht, der meinte, da gehöre Gefühl dazu – und die wurden irgendwie auch suboptimal, klebriger Teig, vom Ergebnis nicht besonders locker. Also auch Profis tun sich manchmal schwer. 😉

    Deine mit den Pilzen sehen super aus! Könnte ich auch mal machen…

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  6. Oh ja, die Ricottagnudi sind wirklich klasse. Die mach ich auch sehr gern. Gefühl ist sicher wichtig, aber manchmal brauch es doch einfach ein idiotensicheres Rezept, oder? Vielleicht ist der gute Herr Lafer dann auch schon etwas zu lang von der „Kochbasis“weg?…zumindest bekomm ich da in seinen zahlreichen Fernsehauftritten so en bisschen den Einruck ;))

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