Der süße Schokoladentod – Extreme Schokocookie Testing

Textaufgabe. Stellen Sie sich folgende Situation vor. Es ist Montag, eigentlich ein Frühlingstag, aber draußen ist es grau und es regnet. Frau P., aka backverückter Foodblogger, hat frei und sich eigentlich nichts Spezielles vorgenommen. Der erste verschwommene Blick nach dem Aufwachen gleitet über den Schreibtisch, wo sich Berge an unerledigten Papier, und ganz im Speziellen die erforderlichen Belege für die Steuererklärung stapeln. Sie steht auf. Verschlafen schlappt sie ins Bad, vorbei an einem Berg Wäsche. Da sie die Woche zuvor Nachtdienst hatte, ist doch so einiges im Haushalt liegengeblieben. Der nächste Weg führt sie in die Küche – erstmal einen Kaffee, denkt sie – während die Maschine vor sich hin arbeitet, gleitet der Blick über das Küchenregal und bleibt an zwei Tüten feinster belgischer Schokolade hängen, die damals für die Weihnachtsbäckerei angeschafft wurden. MHD 30.05.2015. Was passiert als nächstes?

A) Frau P. bereitet sich ein schnelles Frühstück und setzt sich danach an die Belege und Steuererklärung

B) Frau P. bereitet sich ein schnelles Frühstück, stellt danach eine Waschmaschine an und setzt sich an die Steuererklärung

C) Frau P. lässt das Frühstück, und schnappt sich die Tüten Schokolade. Während sie ihren Kaffee trinkt, sichtet sie die Lesezeichen auf ihrem Smartphone nach allen Schokokeksrezepten, die sie schon immer mal ausprobieren wollte. In die engere Wahl kommen 4 Rezepte. Frau P. legt los. Teig 1 wird gerührt und landet im Kühlschrank. Teig 2 wird gerührt und landet ebenfalls im Kühlschrank. Teig 3 wird gerührt, während dessen wandert Teig 2 in Keksform auf die Bleche und wird gebacken. Das Probieren des Teiges und der frischgebackenen Cookies gelingt problemlos, hatte man doch auf ein Frühstück verzichtet. Teig 3 wird gebacken und auch hier geht das Probieren des Keksteiges und der fertigen Kekse noch recht gut. Teig 4 wird gebacken. Das Probieren der fertigen Kekse wird mühseliger, naja, einer muss ja gekostet werden. Küche und Wohnung sind mittlerweile erfüllt von berauschendem Keksduft. Auf Tellern und Blechen stapeln sich die gebackenen Kostbarkeiten, aber irgendwie bereitet der Anblick und Duft Frau P. eher Bauchweh und Übelkeit. Teig 1 ist nun endlich an der Reihe und ein Ende des Keksbackmarathons in Sicht. Das Probieren des Keksteiges spart sich Frau P.  Zudem muss vor dem obligatorischen Probieren des fertigen Kekses erstmal eine Saure Gurke und einen Schnaps her, sonst bekommt Frau P. keinen Keks mehr runter. Während die nun wirklich letzten Bleche im Ofen sind, begibt sich Frau P. an die Spurenbeseitigung – Keksteig und Schokolade kann sie nun nicht mehr sehen. Auch der Duft aus der Wohnung muss weg – die Übelkeit wird immer schlimmer. Lüften, aber schnell. Die gefühlt 120 Schokokekse wandern in Dosen, Päckchen für Freunde und Bekannte werden gepackt – und auch ein Päckchen an Sibel (dazu später mehr) ist dabei. So, noch schnell umgezogen – jetzt müssen doch nun wirklich die letzten Spuren dieses Kekswahnsinns beseitigt sein! Herr D. kommt nach Hause, wundert sich, die Küche wirkt unberührt. Herr D. gibt Frau P. , die nun schuldbewusst an ihrer Steuererklärung sitzt, einen Kuss auf die Stirn: „Hallo mein Schatz, bist du fleißig?“ Dabei streift er ihr Haar und riecht den subtilen Schokokeksduft darin. „Ohhh! Hast du etwa gebacken?“ ….

Ja, die Sibel von insaneinthekitchen hat natürlich auch was von den Keksen abbekommen – so war sie bestimmt der Urheber dieser Kurzschlußaktion. Schließlich ist Küchenwahnsinn hoch ansteckend, und erst ein paar Tage zuvor hatte ich ihren Blogevent bei Zorra gefunden.  Ich hoffe ihr habt genügend saure Gurken zu Hause….

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Viererlei Schokokeks

 

Blog-Event CVIII - Death by Chcolate (Einsendeschluss 15. Mai 2015)

Um Euch vor schlimmen Bauchweh zu bewahren, hab ich hier mal die vier, allesamt sehr leckeren Keksrezepte zusammen gestellt. Wirklich für jeden ist hier etwas dabei: Schokolade pur, nur etwas Schokolade, mit Zartbitter, Vollmilch und auch weißer Schokolade, mit Weizenmehl, mit Roggen oder auch glutenfrei mit Buchweizen, zur Krönung Meersalz, Sesam oder pur, egal ob knusprig dünn oder saftig und chewy. Alle Rezepte führen mehr oder weniger zu etwa 40-45 Cookies, da ich eher die „europäische“ Größe geformt habe. Wer handtellergroße Kekse möchte, der sollte den Teig mit einem Esslöffel abstechen, oder noch originaler einen Eisportionierer nehmen und die Backzeit entsprechend anpassen. Alle Kekse wurden bei 180°C Ober-Unter-Hitze gebacken. 10-12 Minuten Backzeit war für alle perfekt. Immer daran denken, wenn die Ränder braun werden, dann müssen die Kekse raus! Bevor sie zum Abkühlen auf ein Rost wandern aber noch kurz auf dem Blech abkühlen lassen, denn sie sind sehr weich und härten erst beim Erkalten aus.

Triple Chocolate Buckwheat Cookies (Original von London bakes; glutenfrei)

125g dunkle Schokolade 70% Kakao
125g Buckweizenmehl
25g gutes, dunkles Kakaopulver
1/2TL Natron
1/2TL Salz
60g Butter, sehr weich!
175g Zucker (ich habe eine Mischung aus 100g Rohrzucker und 75g braunem Zucker verwendet)
2 Eier, Größe M
große Messerspitze gemahlene Vanille
100g gehackte weiße Schokolade

Schokolade schmelzen. In einer Schüssel Mehl, Kakao, Natron und Salz mischen. In einem Standmixer Zucker und Butter cremig aufschlagen. Da es recht wenig Butter ist, geht das nicht so gut, eventuell den Zucker erst nach und nach zugeben. Eier nach und nach unterrühren. Dann Vanille und geschmolzene Schokolade zugeben. Die trockenen Zutaten und die gehackte Schokolade unterheben.
Den Teig 3 Stunden kühl stellen.
Ich mag lieber „kleine“ Kekse, und habe nach der Kühlung etwas gehäufte Teelöffell von der Masse abgestochen und auf die Backbleche gegeben.
Baclen 180°C 10 Minuten pro Blech.

Fazit:
sehr schokoladig, frisch gegessen innen noch weich und außen ungewöhnlich zart knusprig. Lecker!


Tartine Chocolate Rye Cookies with Seasalt (aus Tartine Book No.3)
227g dunkle Schokolade 70%
29g Butter
43g Roggenvollkornmehl
1/2TL Backpulver
1/4TL Salz
3 Eier, Größe M
100g brauner Zucker
70g Rohrzucker
1 Messerspitze gemahlene Vanille
Meersalzflocken

Schokolade mit der Butter über dem Wasserbad schmelzen. Leicht abkühlen lassen. In einer Schüssel Mehl, Backpulver und Salz mischen. Eier im Standmixer aufschlagen, nach und nach Zucker zugeben udn so lange auf höchster Stufe aufschlagen bis sich das Volumen verdreifacht hat. Auf niedrige Stufe schalten und Schokolade untermischen. Mehlmischung mit einem Spatel unterheben. Das ganze ist jetzt eher eine Mousse als ein Teig – der Teig soll nun 30 Minuten kühlen, bis er portionerbar ist. Ich musste ihn 60 Minuten kühlen bis es soweit war. Mit einem Teelöffel Nocken abstechen und auf das Blech geben, dabei etwas rund formen. Mit Meersalflocken bestreuen und bei 180°C 10 Minuten backen.

Fazit: Im Buch sehen die Cookies schön kugelrund aus, und die Meersalzflocken sind gut sichtbar. Meine sind flach und ich habe nach dem Backen nochmal Meersalzflocken über die Cookies gestreut. Bilder die nicht halten, was sie versprechen ärgern mich. Ansonsten sind die Tartine Kekse die schokoladigsten der vier Rezepte überhaupt. Sie sind weich und zart, ganz anders als das die Verwendung von Roggenmehl vermuten lässt. Das Meersalz passt zudem hervorragend!


Saltet chocolate chunk cookies (original von Smittens Kittchen)
113g weiche Butter
50g Zucker
165g brauner Zucker
1 Ei, Größe L (ich habe 1 1/2 Eier genommen)
1 Messerspitze gemahlene Vanille
3/4TL Natron
1/4 TL Meersalz
220g Mehl 550
225g grob gehackte Schokolade eurer Wahl, ich habe Milchschokolade genommen
Meersalzflocken zum bestreuen

Weiche Butter mit den Zuckern hellcremig aufschlagen. Ei und Vanille unterarbeiten, gefolgt von Natron und Salz, zuletzt das Mehl auf niedrigster Stufe unterrühren bis ein krümeliger Teig entsteht. Mit einem Spatel die Ränder sauberkratzen. Schokostücke mit dem Spatel unterheben. Fertig. Mit Hilfe von 2 Teelöffeln Häufchen auf Backbleche geben, mit Meersalzflocken bestreuen und bei 180°C 10 Minuten backen.

Fazit: wenn ich einen Favoriten küren müsste, währen diese Kekse ganz vorn dabei. Schnell zusammengerührt, kein Kühlen und schnell gebacken. Frisch vom Blech auch genauso wie man sich einen Cookie vorstellt.  Außen knusprig und innen chewy. Perfekt, das nächste mal aber mit dunkler Schokolade!


Toasted sesame oil cookies with bittersweet chocolate (Original Vanilla Bean Blog)
283g Mehl
1/2TL Natron
3/4TL Salz
230g weiche Butter
270g Zucker
50g brauner Zucker
1 Ei, Größe M
1 Messerspitzen gemahlene Vanille
4TL geröstetes Sesamöl
100g gehackte Zartbitterschokolade
evtl. Sesamsamen zum Bestreuen

In einer Schüssel Mehl, Natron und Salz mischen, beiseite stellen. Butter im Mixer cremig rühren, dann die beiden zuckersorten zugeben und cremig-luftig aufschlagen. Ei, Vanille und Sesamöl zugeben und unterrühren. Mehlmischung zugeben und auf niedrigster Stufe unterrühren. Zuletzt mit einem Spaltel die Schokolade unterheben. Mit Hilfe von 2 Löffeln etwa teelöffelgroße Häufchen auf die Bleche setzen, dabei genügend abstand lassen, da die Kekse zu etwa 3facher Größe breit laufen. Nach Wunsch mit Sesamsamen bestreuen. Bei 180°C etwa 10 Minuten backen.

Fazit: Raffiniert! Als Liebhaberin der koreanischen Küche habe ich immer geröstetes Sesamöl da, wer es verzweifelt sucht – im Asialaden werdet ihr fündig. Sesamöl verleiht hier den Cookies seinen typischen warmen, nussigen Geschmack. Die Kekse enthalten zudem eine ordentliche Menge Butter – beim Backen laufen sie breit und werden dabei dünn und knusprig. Werde ich sicher wieder mal backen!

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The fantastic four – Schokokekse für jeden Geschmack!

 

 

9 Kommentare zu “Der süße Schokoladentod – Extreme Schokocookie Testing

  1. Aaaaaah Cookie-Wahn! Der überfallt mich auch regelmäßig – Antwort C kommt bei mir öfters vor 😉

    Rezepte sind schon gespeichert! Ich schreibe sicherlich nächstes Wochenende zur Tat!

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  2. Liebste Frau P. Du bist der Knaller! Ich danke Dir ganz herzlich für das Päckchen. Alle 4 Sorten wurden probiert und für äußerst lecker befunden. Die waren in Rekordzeit weggefuttert.
    Danke für’s Mitmachen und auch für die Liebe ins Detail bei Deinem Beitrag. ❤
    Liebste Grüße,
    Sibel

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  3. Pingback: Oatmeal Cookies mit Granatapfel und Schokolade | Bake it!

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